Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
458
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Dr. Hans Ziemann.

Die Ly mph ocy ten zeigen das am meisteu wechselnde numerische Verhalten unter den Leukocyten entsprechend der Nahrungsaufnahme. |

Während des Malariaanfalles ist, wie wir bereits sahen, die|) Zahl der gesamten Leukocyten im peripheren Blute etwas ver­mindert (Hypoleukocvtose) (Hirschfeld).

Dagegen sind die großen mononukleären Leukocyten bei l Malaria relativ vermehrt, so daß sie bis 15 bzw. 20%, ja nach Stephens bis ev. 40% aller Leukocyten ausmachen. Zeigen sich die­selben bis auf ungefähr 15% der Gesamtzahl der Leukocyten erhöht, so wäre Malaria|i| wahrscheinlich. Vgl. indeß Abschnitt über Leukocyten (Kap. AUgem. Pathologie). Nur bei Masern und Pocken, die ja leicht von Malaria zu unterscheiden sind, kommt es ebenfalls zu erheblicher Vermehrung der großen mononukleären Zellen. Bisweilen | 1 findet sich nach Daniels die absolute Vermehrung dieser Leukocyten im peripheren Blute noch Monate nach einem Fieberanfalle, jedenfalls fast immer noch nach einem! Monate. Chinin übte darauf keinen Einfluß aus. Bei wirklicher Heilung infolge energischer Chininbehandlung konnte Verf. das nicht bestätigen. Eine sehr erheb­liche Leukocytose, bis 30000 im cbmm findet sich, nach Manson und Roberts^ ij nur bei Perniciosa mit Grehirnsymptomen. i

Bei tiefliegenden Abszessen wie Leberabszeß und Perityphli-j. : tis kommt es zu einer absoluten Vermehrung der Leukocy ten fiber-1 i liaupt und zu einer relativen Yermehrung der polymorphkernigen 1 ! |j Leukocyten, ebenso bei Pneumonie. In einem Falle von Perityphlitis, wo

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erst auf Malaria gefahndet wurde, war die Vermehrung der polymorphkernigen|

Leukocyten so ausgesprochen, daß schon deswegen die Diagnose Perityphlitis auf­recht erhalten wurde.

Es kam zur Operation, welche nach reicher Eiterentleerung und Entfernung desj Wurmfortsatzes schnelle Heilung herbeiführte. Hunt beschreibt einen ähnlichen Fall.] Relative Vermehrung der eosinophilen Zellen ist für Malaria nicht charakteristisch. Sie j findet sich nach Hirschfeld zuweilen bei Scarlatina, ferner in den meisten Fällen von fc Ankylostomumkrankheit. in Kamerun mehrfach auch bei Beriberi, ferner bei Filariasis,£ Bilharziakrankheit, Trichinosis und besonders bei Piroplasmose der Esel.

Bei dem Zählen der verschiedenen Leukocyten muß man die Ecken der Prä- ), -ü parate mit zur Zählung benutzen, da sich in den Ecken die weißen Blutkörperchen ^ uo am meisten ansammeln. Am besten bedient man sich besonderer Mischpipetten für S i/i weiße Blutkörper. »,

d) Durch das angebliche Agglutinationsvermögen des Ma­la r i a b 1 u t e s.

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Während bei der akuten Infektion in der ganz überwiegenden Mehrzahl der Fälle fast stets eine sichere Diagnose durch den Parasitennachweis gelingt, ist dies, wie wir sahen, im Latenzstadium der Malaria durchaus nicht immer möglich. Es wäre daher sehr erwünscht, ein sicheres diagnostisches Hilfs­mittel zur Erkennung der 1 atenten Ma 1 ariainfektion zu haben. Das Verhalten der Leukocyten ist für dieselbe, wie wir sahen, doch nicht genügend charakteristisch.

Lo Monaco und Panichi gaben nun an, daß das Serum von Malariakranken, mögen sie an Tertiana, Quartana, oder Perniciosa leiden, die roten Blutkörper anderer Malariker agglutiniert. und ebenso auch die von gesunden Menschen. Dies Agglutinationsvermögen sollte sich bereits in den letzten Tagen der Inkubation vor den ersten Fieberanfällen zeigen, um erst mit der völligen Heilung zu verschwinden.

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