Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
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Malaria.

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ßißlf Malaria dürfte aber mindestens sehr selten sein. Von der angeborenen dsiaoS Resistenz gegen eine Krankheit ist aber zu trennen die-praktisch viel wichtigere liovne erworbene Immunität.

Erworbene Immunität.

Diese Frage ist für unsere ganze Auffassung der Malaria von solcher Be- urtrrol) deutung, daß wir versuchen wollen, sie zum ersten Male auch vom Standpunkte 'i9f> der Serumforschung aus so kurz zu beleuchten, als es bei der außerordentlichen qmoM Kompliziertheit des Gegenstandes und der riesigen Literatur möglich ist. Sehr n9i9iv vielen Ärzten in den Tropen dürften die Grundprinzipien dieser Forschung noch uu- nruted bekannt sein. Eine gewisse Kenntnis derselben ist aber zum Verständnis mancher musa neueren Malariaarbeiten notwendig. Jedenfalls werden wir allergrößte Vorsicht üben 58aüm müssen, wenn wir die aus der Bakteriologie gewonnenen, noch hypothetischen Re- itethra sultate jener Forschung, auf die Malarialehre übertragen wollen.

Eine erworbene Immunität kann entstehen durch Überstehen der Krankheit :i hm auf natürlichem oder durch Impfung auf künstlichem Wege. Wir wissen, daß lon/irrr manche Leute, welche an Pocken, Scharlach oder Typhus erkrankten, gegen Neu- [£17119 erkrankungen lange Zeit geschützt bleiben, während andere Krankheiten, wie Diph- hiodt therie, Influenza, Pneumonie, keine Immunität verschaffen. Einzelne Krankheiten, I 9iw wie Erysipel, geben sogar eine vermehrte Prädisposition für spätere Erkrankungen jaiG) (Dieudonne).

j Man nahm das letztere früher auch von der Malaria au.

* Wir wissen ferner, daß auch ganz leicht und scheinbar harmlos verlaufende

MIßT Fälle mancher Infektionskrankheiten, wie z. B. Cholera, Typhus, häufig denselben rrrdoS Schutz gewähren, wie schwere Erkrankungen. Bedingt ist die Schutzwirkung bei [owis erworbener Immunität durch die

A) Allgemeinen Schutzstoffe des Körpers (Alexine).

B) Spezifischen Schutzstoffe. Diese zerfallen in

1. die sog. Antitoxine, welche die von den spezifischen Krankheitskeimen produ- Tois zierten Toxine paralysieren. Die Antitoxine richten sich also nicht gegen die Krank- ^iterf lieitserreger selbst, sondern gegen die Krankheitsprodukte.

2 . Stoffe, welche die krankheitserregenden Keime direkt angreifen (bei einigen

'idiM Bakterienkrankheiten die sog. Bakteriolvsine).

3 . Sog. Enzyme, vgl. später.

Bildung von Antitoxinen.

Zur Erklärung will ich den Ausführungen.mer's, Dieudoxnes, Aschoffs 9glol folgend kurz Ehkeichs Seitenkettentheorie skizzieren, muß aber bezüglich näherer rg9Ü Begründung auf die Spezialwerke verweisen.

Das Molekül eines jeden funktionierenden Protoplasmas besteht nach Ehrlich aus !9ni9 einem Kern, dem Leistungskern, den man sich analog dem Benzolkern der organischen

<9ifi> Chemie vorstellen muß, und ferner aus einer gewissen Zahl demselben angefügter Seiten-

JitsJ ketten von verschiedener Funktion. Diese Seitenketten oder Rezeptoren, die der Er­nten nährung des Moleküls unter normalen Verhältnissen dienen und alle Nährstoffe an sich

ihm reißen, verankern nun auch die Toxine, obgleich dieselben an sich keine Nährstoffe dar-

-Ileja stellen. Wir müssen indeß nach jener Theorie annehmen, daß einzelne Toxine Atom.

:pjTg gruppen aufweisen, die denen bestimmter Nahrungsmoleküle entsprechen. Es ist ja eine

mfj Grundbedingung für die Giftwirkung der Toxine, daß eine spezifische Bindung an das

toiT Protoplasma gewisser Zellbezirke stattfindet. Da nun durch die Verankerung der Toxine

! an die Rezeptoren in der physiologischen Ernährung der Zelle ein Defekt entsteht, müssen