Malaria.
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Dannsauer sah eine einfache Tertiana mit Paranoia, in einem anderen Falle mit Konvulsionen beginnen. Bei steter Wiederholung der Blutinfektion kann es, wie bei Quartana, ebenfalls zu chronischer Anämie und zu gewissen Graden von Kachexie kommen, die aber scheinbar niemals die Schwere der durch die Perniciosa bedingten Kachexie j£erreicht. Wie hartnäckig die Tertiana bei Mangel von Behandlung .sein kann, zeigt ein Fall von Brault, der eine sich selbst überlassene Tertiana erst nach zwölf Anfällen spontan heilen sah. Der Begriff der definitiven Heilung ist auch damit nicht verbunden.
Die Verbreitung derTertiana ist eine außerordentliche. Am ausschließ- icksten findet sicli dieselbe in den Fiebergegenden Nordeuropas. In den Tropen ist i Idie Verbreitung und ihr Verhältnis zur Perniciosa sehr verschieden. Während z. B.
. Koch in Deutschostafrika die Tertiana noch in 10% der Fälle fand, glückte mir dieser Nachweis in Kamerun nur in 1,1%. Duggax sah in Sierra Leone unter :-l 400 Malariafällen sogar nur einmal Tertiana, sonst nur Perniciosa. Dagegen sah
Fig. 33.
Tertiana simplex mit irregulärem Verlauf.
Nocht bei seinem großen Material in Hamburg Tertiana in 11% seiner westafrikanischen Malariafälle. Wir deuteten schon den großen Unterschied zwischen Ober- und Uuterguinea hinsichtlich der Gefährlichkeit der Fieber an. In Java fand dagegen van der Scheer unter 105 Fällen 42 mal die Parasiten der Tertiana und Onartana, 63 mal der Perniciosa und 2 mal eine Mischinfektion.
In Westindien in Trinidad fand ich bei Untersuchungen der dortigen Arbeiter auf den Zuckerplantagen die Tertiana in 70%, die Perniciosa nur in 30%, Quartana gar nicht. Auf San Vincent, auf den Cap Verdischen Inseln fand ich bei den Eingeborenen überhaupt nur Tertiana aber keine andere Malariainfektion vertreten.
III. Die Perniciosafieber.
Wie schon erwähnt, verstehe ich unter Perniciosa nur diejenigen Fieber, welche durch die Perniciosaparasiten bedingt sind. Wir können hier auch davon absehen, den klinischen Typus einer besonderen Perniciosa, bedingt durch der Halbmondbildung nur seltener fähige Laverania tropica, oder den Typus eines sogenannten echten Quotidianfiebers aufzustellen. Alle diebetreffenden Fieber bilden im klinischen Sinne eine Einheit.
Wir hatten schon früher unsere Meinung dahin präzisiert, daß die Existenz eines echten Quotidianparasiten noch nicht sicher bewiesen sei, daß aber der Perniciosaparasit, ob er nun der Halbmondbildung fähig ist oder nicht, seine Entwicklung durchschnittlich in spätestens 48 Stunden durchmacht (unter gewissen Umständen eventuell auch in 24 Stunden).
Wir sehen aber zuweilen Kurven, die immerhin durch Annahme eines Parasiten mit unter Umständen nur 24 ständiger Entwicklung erklärt werden können. Auch Kocht und Rüge teilen diesen Standpunkt.