Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
391
Einzelbild herunterladen
 

Malaria.

391

ln der Umgebung der mit infizierten roten Blutkörpern und pigmentierten Leukocyten (Makrophagen) ausgestopften Hirnkapillaren kann man, wie schon erwähnt, auch kleine Blutungen bemerken, und zwar in der weißen Hirnsubstanz. Dieselben sind bisweilen über die ganze weiße Hirnsubstanz verteilt, bisweilen nur auftretend in einigen Regionen des Centrum ovale, in den großen Ganglien, in der Capsula interna, in den Pedunculi cerebri, bzw. im Bulbus, bisweilen auch nur im Kleinhirn.

Punktförmige Hämorrliagieen finden sich ebenfalls in der grauen Hirnsubstanz und zwar an der Grenze zwischen dieser und der weißen Hirnsubstanz. Zuweilen kommt es auch zu stärkerer Hämorrhagie in der Hirnrinde. Ziejiann beobachtete einen solchen Fall bei Perniciosa, der allerdings durch Schwarzwasserfieber kompliziert war, wo in der Gegend der linken dritten Stirnwindung sich ein handflächengroßer Erguß gebildet hatte.

Fig. 28.

größere emloßlobaJLarer '

Parasit ohne Pigment

I freies

Endothel mit Pigment

SporuLalionsMrper

( KemhaUimn-

SpprtdaticmskÖTper rotenBlziacärper /scheinbar ohne Pigment >

Hirngefäß. Fall von Perniciosa, kl. Knabe. Grosseto i. Italien 1897.

Gefäß angefüllt mit Parasiten, weißen Blutkörpern und freiem Pigment. Bemerkenswert, da scheinbar einige Parasiten nicht zur Pigmentbildung gelangten. (Original.)

Zu schwersten Hirnersclieinungen kann es aber auch allein durch Toxinwirkung kommen, ohne daß eine mechanische Versto­pfung der Hirnkapillaren sich vor find et. Bei der Perniciosa algida kann das Gehirn auch ganz anämisch sein und ohne Pigment, während in anderen Fällen die graue Hirnsubstanz infolge des starken Pigmentgehaltes ein dunkles Schiefer­grau aufweist. Dieselben Verhältnisse treffen auch für das Rückenmark zu. In der Nervenzelle selbst können sich Ernährungsstörungen sowohl im Verhalten des Plasma als des Kerns wie auch der Gauglienfortsätze zeigen.

In der Retina fand Guarnieri ähnliche Verhältnisse, wie in der Hirnrinde, in zwei Fällen auch kleine Ilämorrhagieen in äußeren Schichten der Retina.

III. Befund bei chronischer Malaria und Kachexie.

Das Herz ist schlaff, dilatiert, mit fettiger Degeneration der Muskulatur, öfter atrophisch.

Lungen. In unkomplizierten Fällen dürften außer Anämie und Pigmentierung keine charakteristischen Veränderungen vorhanden sein.

Die Milz ist in chronischen Fällen sehr vergrößert. Die Form wird eine plumpere, mehr rundliche, indeß bei Perniciosa der Tropen oft weniger als in Italien. Z. beob-