Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
388
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Dr. Hans Ziemann.

Häniocy tolyse) in Form kleiner gelber oder dunkler Körnchen hauptsächlich in ui Leberzellen, Endothelien der Kapillare, in den KuPFFEitschen Zellen, Gefäßscheiden 1191 und in der Niere, hauptsächlich im Anfangsteile der Tubuli contorti, auch in der! Milz, ferner im Knochenmark, Pia mater und Pankreas, nur ausnahmsweise in ni Leukocyten.

Da das Hämoglobin der roten Blutkörper durch die Tertian- und Quartanparasiten xisd unter Umwandlung in Melanin fast vollkommen zerstört wird, andererseits aber die durch ihr den Perniciosaparasiten infizierten roten Blutkörper schon vorzeitig zerfallen können, wird fni auch die Produktion des Hämosiderin bei Perniciosa am stärksten sein (vgl. Schwarzwasser- -to fieber). Zur Färbung der hämosiderinhaltigen Organe empfiehlt sich vor allem das Karmin, .ni

Die eventuelle Eisenreaktion des Hämosiderin prüft man mit Ferrocyankalium in ; ni saurer Lösung. Schnitte werden für einige Minuten in l°/ 0 ige wässerige Ferrocyankalium- -m lösung und dann in eine \°/ 0 ige schwacherwärmte Lösung von Salzsäure-Glyzerin gelegt. .ks Sie bleiben darin so lange, bis die blaue Farbe ganz deutlich zum Vorschein kommt. Wenn nn die Farbe nur schwach kommt, bringt man das Präparat wieder in die Ferrocyankalium- -ir. lösung und in Salzsäure-Glyzerin. Man soll aber die Schnitte nicht, nachdem sie angefertigt lg sind, mit Eisen, also auch nicht einmal mit einer Nadel berühren. Das Melanin bleibt bei io> dieser Behandlung schwarz, während das Hämosiderin entweder unverändert bleibt, wenn nr es kein Eisen in lockerer Bindung enthält, oder, falls diese letztere Bedingung zutrifft, einen a blauen Farbenton annimmt.

Jedenfalls ist das Hämosiderin nur als Produkt einer mehri chronisch verlaufenden H ä mocy t o 1 yse aufzufassen, fehlt also in n frischen Fällen von Malaria.

In Fällen von Schwarz wasserheber oder biliösen Fiebern muß man sich hüten, p das grüne Biliverdin in der Leber, welches sich aus dem Bilirubin entwickelt, mit F dem Hämosiderin zu verwechseln.

C) Trübe Schwellung und fettige Degeneration.

Je nach der Länge der voraufgegangenen Infektion bildet man auch Verände­rungen in den Parenchymzellen, bestehend in trüber Schwellung und fettiger t oder sogar Amyloiddegeneration. Bei Schnitten von Organen, deren Zellen trübe j :| e Schwellung zeigen, färben .sich die Zellen statt mit basischen mit sauren Farben i oder schwach sowolil mit sauren wie alkalischen Farben.

Das Fett in degenerierten Organen, welche in Osmiumsäure gehärtet sind, färbt t sich in einem dunklen Schwarz, welches bei Gegenfärbung mit Safranin deutlich hervortritt.

Bei Härtung in Forrnalin, Färbung in Sudanlösung und darauffolgendem Waschen in 80 (

bzw\ 50°/ o \gem Alkohol und Wasser und Gegenfärbung mit Hämatoxylin färbt sich die j j f fettigdegenerierte Partie in einem dunklen Rot. Um einen Maßstab für die Ausdeh­nung der fettigen Degeneration zu gewinnen, kann man das spezifische Gewicht eines aus­geschnittenen Stückes von dem betreffenden Gewebe leicht bestimmen. Im allgemeinen j

spielt die fettige Degeneration bei der Malaria keine große Rolle, wenigstens nicht im akuten Stadium.

D) A m y 1 o i d d e g e n e r a t i o n

kann man bekanntlich schon makroskopisch feststellen, indem man einen Schnitt mit f LüGOLscher Lösung beträufelt, wodurch eine tiefbraune Farbe erzielt wird, entsprechend j der Intensität der Degeneration. Methylviolett färbt das Amyloid in dem degenerierten i Gewebe in einem tiefen Rot. lndeß ist Amyloid nach Malaria mindestens scheinbar selten, t ; Verfasser sah überhaupt noch keinen Fall. Rosenstein sah unter 43 Fällen von Amyloid i 4 angeblich durch Malaria entstandene. Frerichs beobachtete nur 3 Fälle, Kelsch und ; Kiener überhaupt keinen. £ J

Malariaamyloid betrifft, falls es vorkommt, im Gegensatz zu anderen Amyloid­degenerationen angeblich hauptsächlich die Nieren.