Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
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Dr. Hans Zikmann.

Auch durch Aufsclmeiden des Magens und Abpinseln der Epithelzellen des Magens kann man sich die Oocysten deutlicher erkennbar machen.

Schaudinx empfiehlt, da selbst physiologische Kochsalz- und Eiweißlösung auf die Oocysten und Sporozoiten schädigend wirken kann, als Aufschwemmungsflüssigkeit die Körperfiiissigkeit aus dem Abdomen von 610 anderen Anophelinen zu wählen. Den infizierten Darm fixiert man am besten iin Sublimatalkohol oder in konzentrierter Sub- limatlösung, der man nach Grassi 0,5 % Kochsalz hinzufügt. Nur muß man das Sublimat durch Behandeln der Präparate in Jodalkohol wieder entfernen und die Präparate aus dem Jodalkohol in Alkohol bringen und dieses mehrfach wiederholen. Die Aufbewahrung der Präparate erfolgt am besten in 80% Alkohol.

Johnson empfiehlt Fixierung des Anophelesdarms durch essigsaures Sublimat 2 Stunden, Auswaschen in Wasser, Härtung in prozentisch aufsteigender Alkohollösung,, der zeitweise etwas Jod zugefügt wird, darauf 1015 Minuten lang Färbung in stark verdünntem DEUAFiEUDsclien Hämatoxylin, Entfärben in angesäuertem Alkohol, Einbetten in Canada-Balsam.

Ungefärbt kann man sich diese Präparate konservieren durch Einbringen in Glyzerin und Umschließen mit Lack. Zur Färbung verfährt man wie bei den übrigen Organstücken. Am meisten empfiehlt sich längere Färbung der Oocysten mit verdünntem Hämatoxylin (nach Grexacher) ev. in Verbindung mit Eosin. Die Härtung innerer Organe der Moskitos mit Formalin ist nicht empfehlenswert, da die Oocysten dadurch verändert werden, während nach Grassi die reifen Sporozoiten dadurch nicht beeinflußt werden. Indeß können durch die Formalinwirkung in den Speicheldrüsen fädige Gebilde im Sekret der Speicheldrüse auf treten, welche dem Ungeübten Sporozoiten vortäuschen.

Untersuchung der Speicheldrüsen.

Bezüglich der Technik vgl. Eyseel in Bd. II d. H. Da nach Rüge unter Um­ständen nur ein einziger Drüsenlappen infiziert sein kann, darf man sich nicht mit der Untersuchung eines einzigen Lappens begnügen. Man macht die Präparation der­selben bei schwacher Vergrößerung unter dem Mikroskop, am besten mit Hilfe- einiger, seitlich vom Mikroskop angebrachten Stützplatten, und legt einen Drüsen­lappen frei bis zu seinem Ausführungsgange, da man von letzterem aus auch die anderen Drüsenlappen aufsuchen kann. Die Ausführungsgänge derselben enden be­kanntlich in einen gemeinsamen Ausführungsgang. Die Sporozoiten können (jeden­falls bei Proteosomainfektion), nach Rüge noch 2634 Stunden nach dem Tode der Mücke am Leben gefunden werden. Als Aufschwemmungsflüssigkeit für die frei präparierteu und infizierten Speicheldrüsen gebraucht Grassi eine Lösung von

Eiweiß 1

Kochsalz 1,5

A<pia destill. 250.

Zur Untersuchung der Sporozoiten im lebenden Präparat (bez. ihres Eindringens in menscliliche rote Blutkörper) wählte Schaudinx menschliches Blut, das durch frisches Serum verdünnt war. Die Untersuchung nahm er auf dem geheizten Objekt­tische vor.

Die Färbung der Sporozoiten erfolgt nach irgend einer der RoMANOwsKYschen Methoden.

Literatur über Untersuchungsmethoden.

Bernthsen, A., Studien in der Methylenblaugruppe. Liebigs Ann. d. Chemie. Bd. 230. 1904 Cropper, J., An easy method of obtaining exfiagellation of the malarial parasite. Lancet. Sept. 24.