Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
313
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Malaria.

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3. von der sehr verschiedenen, individuellen Resistenz des Impflings, ist es über­haupt nicht möglich, für jeden Fall gültige Angaben hinsichtlich der Inkubationsdauer einer jeden Parasitenart zu machen. Ygl. die oben erwähnten Durchschnittszahlen. Nur soviel geht aus den Impfungen überein­stimmend deutlich hervor, daß die Quartana die längste, die Perniciosa die kürzeste Inkubationsdauer hat.

Wie verschieden im einzelnen die Verhältnisse liegen, geht auch daraus hervor- daß z. B. Celli bei Quartana ein 47 tägiges, bei Perniciosa sogar ein 17 tägiges Inkuba­tionsstadium beobachtete. Diejenigen Fälle, wo erst Monate nach erfolgter Infektion da9 Fieber zum Ausbruch kam, werden wir bei Besprechung der sogenannten latenten Infektion zu erörtern haben.

Unität oder Multiplizität der Malariaparasiten.

Laverax, der zur Zeit seiner Entdeckung des Malariaparasiten in Algier dort alle Parasiten formen in buntem Durcheinander vorfand, hatte von vornherein die Vorstellung, daß alle Parasiten nur verschiedene und nach den äußeren Entwick­lungsbedingungen wechselnde Ausdrucksformen eines und desselben Parasiten wären. Außer Laverax bekannten sich und bekennen sich z. T. wohl noch jetzt als Uni­tarier A. Plehx, Marchoux, Calmette, Ewixg, vax Gorkom, Maxussis, Maurakis und Brault. Auch Marchiafava und Celli nahmen anfangs einen polymorphen Parasiten an, bis dann Golgi die Trennung herbeiführte und Axtoltsei auch auf Grund seiner Impfversuche die These aufstellte, daß die eine Parasitenform stets immer nur dieselbe Form im Impfling wiedererzeugen könnte.

Von denUnitariern wurde behauptet, daß die Überimpfung des Malariablutes nicht immer denselben Fiebertypus wieder erzeugt hätte, was hätte der Fall sein müssen, wenn es keine polymorphen Malariaparasiten gäbe. Ganz gewiß sind früher nicht einwandsfreie Impfungen vorgenommen worden, indem man das Blut von Leuten verwandte, welche früher schon einmal an einer anderen Malariainfektion gelitten hatten, deren Keime nun­mehr aufs neue in Erscheinung traten. Ferner wurde eingeworfen, daß man alle Fieber­arten an demselben Orte finden könnte, und daß man also nicht sagen könnte, eine be­stimmte Fieberart käme nur einzig und allein in einem bestimmten Orte vor. Wie wir noch sehen werden, gibt es tatsächlich Orte, wo nur Tertiana bzw. Quartana oder Perniciosa vorkommt. Ein fernerer Einwurf war, daß die Behandlung und der patho­logisch anatomische Befund bei allen Fiebern dieselben wären, wodurch die Einheitlich­keit des Malariaparasiten bewiesen würde. Beide Behauptungen haben sich mittlerweile als unrichtig erwiesen.

Die neuen Entdeckungen über den Generations- und Wirtswechsel der Malaria­parasiten sprechen ebenfalls für das Vorhandensein verschiedener Spezies, da alle diejenigen Versuchspersonen, welche durch künstlich infizierte Mücken mit Tertian- bzw. Quartan- oder Peniciosaparasiten geimpft waren, wieder nur die Tertiana bzw. Quartana oder Perniciosa bekamen. Die Annahme mehrerer Varietäten unter den Perniciosaparasiten wird durch diese Darlegungen nicht berührt.

Die Einwürfe der Unitarier waren vor allen Dingen dadurch bedingt, daß man früher nicht in der Lage war, Schizonten und Gameten gründlich voneinander zu unterscheiden, daß die Gameten bei längerem Bestände der Infektion immer zahl­reicher auftreten können, und daß allerdings die Gameten der verschiedenen Para­sitenspezies viel Gemeinsames bieten können.

Literatur über Inkubation.

1904 Billet, A., De lincubation dans le paludisme. Bull. med. de IAlgerie. p. 285292. 1901 Buchanas, A., Experimental inoculation of malarial fever in Nagpur. Indian Med.

Gazette, p. 127.