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Dr. Hans Ziemanx.
haben (2 b), nennt man M ikrogametocy ten (Mikrosporen oder Antendien Grassi’s), die letzteren, welche weniger Kernsubstanz, aber viel Nalmmgs(Reserve-)stoffe aufgespeichert und deswegen ein dichtes, sich dunkel färbendes Plasma haben, Makrogameten (2a) (Makrosporen Grassi's). Die Makrogameten oder weiblichen Gameten können nach Kernreduktion aufs neue unter dem Bilde einer Art Parthenogenese (4 a) zur Schizogonie (5a) führen, und können die so entstehenden jungen Schizonten dann aufs neue eine ungeschlechtliche Vermehrung durchmachen. Sie veranlassen die Rezidive.
B) Geschlechtliche Vermehrung (Sporogonie).
Wird das Blut von Menschen, welches Malariaparasiten enthält, von Anopheles aufgesogen, so gehen die Schizonten im Anophelesmagen zugrunde. Dagegen können die männlichen Gameten (Mikrogametocyten) lebhaft bewegliche Geißeln (Mikrogameten) bilden (4—8), welche sich von dem Mutterkörper loslösen (4 b u. I b). In den Makrogameten kommt es jetzt zu einer Kernreduktion (la). (Bildung von 2 Polkörperchen.) Die ausgestoßene Kernsubstanz scheint einen anlockenden Reiz auf die Mikrogameten zu üben, von denen aber nur einer in den betreffenden Makrogameten eindringt, nachdem letzterer dem Mikrogameten einen buckelartigen Fortsatz, den sogenannten Empfängnishügel entgegengestreckt (Fig. 1, II). Hiermit beginnt die geschlechtliche Entwicklung des Malariaparasiten in der Mücke, die sogenannte Sporogonie. Aus der Vereinigung des Mikrogameten und des Makrogameten entsteht ein würmchenähnlicher, ortsbeweglicher Körper (Ookinet) (Fig. 1, III, IV, V u. VI), der nach Absonderung von etwas Pigment und Gallerte in die Magenwandung des Moskitos eindringt, sich in derselben abrundet und damit zur Oocy ste (Zygote, Sporont) wird. Im Verlauf einer aus Fig. 1 Nr. VII—XIV ersichtlichen Entwicklung und je nach der Außentemperatur wechselnden Reihe von Tagen (in Fig. 1 in 8 Tagen) entstehen dann im Innern der Oocysten die Sporozoiten (Nr. XV.), schlanke, bewegliche, lanzettförmige Gebilde, welche nach Platzen der Cyste in die Speicheldrüsen der Anophelinen wandern (XVI) und von dort aus wieder durch den Stich der Mücke iu das menschliche Blut gelangen (XVII). Dort dringen die Sporozoiten nach Sciiaudixx sofort, nach Grassi ev. erst nach einem Zwischenstadium in die roten Blutkörper ein, wobei sie sich wieder in ungescldechtliche Formen (Schizonten) verwandeln. Damit ist der Zeugungskreis geschlossen.
Nach Schau nixx dringen einige Sporozoiten nach dem Platzen der Oocyste auch in die Eierstöcke (Ovarien) der betreffenden Mücke, wo sie die künftige Brut infizieren können. Indeß soll das nur in einem geringen Prozentsätze der Fälle Vorkommen. Wir sehen also, die Entwicklung der Malariaparasiten ist eine ziemlich komplizierte. Des besseren Verständnisses halber habe ich daher im nachstehenden ein Schema aufgestellt, dessen einzelne Figuren nicht schematisch gehalten sind, und das sich von dem Eysell's und anderer nicht unbeträchtlich unterscheidet. Das genaue Studium desselben dürfte dem Leser des besseren Verständnisses halber dringend zu empfehlen sein. Die Nomenklatur für die einzelnen Entwicklungsstadien ist diejenige von Sciiaudixx und Lühe. Der häufige Gebi’auch anderer Namen würde nur verwirrend wirken. (Betr. Nr. VII—XV in Fig. 1 vgl. die entsprechenden Figuren bei Laxg u. Grassi. Nr. XIV ist um 1 .3 gegenüber Grassi’s Abbildung reduziert.)
Bevor wir an eine weitere Erörterung der Morphologie und Biologie der Malariaparasiten gehen, sei nur kurz erwähnt, dali trotz der Fülle von positiven Beobachtungen der verschiedensten Autoren in allen Teilen der Welt einige, wie Lügrain und Facciola etc. noch immer die parasitäre Natur der Malaria leugnen und die angeblichen Parasiten als