Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
249
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Die im Blute schmarotzenden Protozoen und ihre nächsten Verwandten. 249

Entsprechend ihrer Entstehung lassen sie nicht selten eine deutliche Schichtung erkennen. Auch andere Parasiten der Mücke können übrigens von derselben braunen Masse eingeschlossen werden, so daß das Vorkommen der Rossschen Körper, wie bereits Ross selbst erkannte, nicht für die Infektion mit Malariaparasiten charakte­ristisch ist.

Grassi fand die Rossschen Körper hauptsächlich im Winter und vermutet deshalb einen Zusammenhang ihres Auftretens mit der Temperatur. In der Tat

Fig. 59.

SS&W

a b

Rosssche Körper. (Nach Gbassi.)

a Oocyste eines menschlichen Malariaparasiten mit verschieden gestalteten Rossschen Körpern, b Ein isolierter Haufen Rossscher Körper.

dürfte ihre Bildung durch die bei niedriger Temperatur erfolgende Degeneration der Sporonten der Malariaparasiten begünstigt werden. In der vorstehenden Tabelle über Testis Untersuchungen in Grosseto spricht hierfür ihre Häufigkeit im Juni und Oktober bei gleichzeitigem völligem Fehlen freier Sporozoiten.

1) Die als Wirte der Malariaparasiten in Betracht kommenden

3Iiickenarten.

Vollständig ist die vorstehend geschilderte Entwicklung bisher nur für das Proteosoma der Vögel und die menschlichen Malariaparasiten bekannt, nur für diese sind auch die sie übertragenden definitiven Wirte bekannt. Es sind dies Stech­mücken, wie Ross in mühevollen Untersuchungen in Indien feststellte und Grassi dann speziell für die menschlichen Malariaparasiten bestätigte, und zwar werden die Vogelparasiten und die menschlichen Parasiten durch verschiedene Mücken über­tragen, die ersteren durch Arten der Gattung Culex , die letzteren dagegen durch Anophelinen.

Für das Proteosoma liegen allerdings erst verhältnismäßig spärliche Erfahrungen vor. Festgestellt wurde bisher nur dessen Übertragung durch Culex fatigans Wiedem. (von Ross in Indien) und durch Culex pipicns L. (von Gbassi, Koch, Rüge u. a. in Italien und Deutschland). Negative Resultate ergaben außer Anophelinen auch Culex albopunctatus Rond., Culex penicillaris Rond., Culex vexans Meig., Grabhamia pulchritarsis (Rond.) und Theobaldinella annulata (Schbank).

Sehr viel zahlreicher sind die Versuche und Beobachtungen über die Über­tragung der menschlichen Malariaparasiten. Im Gegensatz zum Proteosoma der Vögel haben hier Culicinen durchweg negative Resultate ergeben und nur Anophe­linen sich zur Übertragung befähigt gezeigt. Für verschiedene Anophelinenarten ist freilich die tatsächliche praktische Bedeutung eine verschieden große und zwar hängt dieselbe nicht etwa nur von der mehr oder weniger großen Häufigkeit der verschiedenen Arten ab; vielmehr handelt es sich offenbar z. T. um spezifische