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Dr. Max Lüiie.
eine Vermehrung der Kerne einher, indem der eine Kern des Ookineten durch vielfach wiederholte direkte Teilung in zahlreiche Tochterkerne zerfällt unter gleichzeitiger allmählicher Abnahme der Größe der einzelnen Kerne. Im Gegensatz zu den Coccidien, mit denen die Malariaparasiten so häufig verglichen werden, aber in Übereinstimmung mit Leucocytozoon , auf dessen frühere Besprechung auf S. 177 bezüglich weiterer Einzelheiten verwiesen werden muß, besitzen diese Sporonten- kerne stets ein Karyosom, welches bei der Teilung den Kern gewissermaßen auseinander sprengt.
Während dieser Kernvermehrung spielen sich nun auch charakteristische, in ihren Details freilich nur sehr schwer genau festzustellende Vorgänge im Protoplasma des Sporonten ab, die dazu führen, daß auf Durchschnitten jeder Kern von einer Zone verdichteten Protoplasmas umgeben, der ganze Sporont also in eine größere Anzahl einzelner Zellen zerfallen erscheint, ähnlich wie der Sporont der
Fig. 56.
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Oocyste eines menschlichen Malariaparasiten (natürliche Infektion, wahrscheinlich Tertiana) in der Darmwand von Anopheles maculipennis. Flächenansicht der mit Hämatoxylin gefärbten Darmwandung. (Original. Vergr. ca. 1590.)
K Zellkerne des Mitteldarmepithels der Mücke. M Muskelfasern der Tunica elastico- muscularis (durch den Parasiten z. T. in ihrem Verlaufe beeinflußt). P Der an seinem Pigmentgehalt leicht kenntliche Malariaparasit, dessen Entwicklungsstadium ungefähr der Fig. 22 von Taf. VII Fig. C entspricht.
Coccidien in die Sporoblasten zerfällt (Taf. VII Fig. C, 21—23). Die Form dieser
anscheinenden Zellen ist freilich eine sehr unregelmäßige und wechselnde, bald mehr rundliche, bald mehr polygonale oder gar balkenförmig gestreckte. Auch sind die einzelnen derartigen Protoplasmamassen nicht völlig voneinander gesondert, sondern sie stehen vielmehr durch brückenartige Verbindungen miteinander in Zusammenhang. Grassi bezeichnet deshalb auch diese kernhaltigen Protoplasmakörper zum Unterschiede von den regelmäßig gestalteten und völlig voneinander gesonderten Sporoblasten der Coccidien als „Sporoblastoiden“'. Die Entstehung derselben führt er darauf zurück, daß das Protoplasma an vielen, von den Kernen verhältnismäßig entfernt liegenden Stellen eine Verflüssigung erfahre. Hierdurch komme es zur Bildung mehr oder weniger komplizierter Lakunen oder Vakuolen, und diese