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Dr. Max Lühe.
schilderten Weise dringen nach Schaudinn nur die weiblichen Sporozoiten in die Blutkörperchen ein. Die indifferenten Sporozoiten sind trypanosomenförmig und heften sich nur im Ruhezustände äußerlich an den Blutkörperchen an. Sicher ist auch ihr weiteres Schicksal verschieden von dem der intraglobulären Schizonten. Völlig zuverlässige Angaben hierüber liegen aber bisher noch nicht vor. Argutinsky, dem wir bisher die genauesten Angaben über extraglobuläre Malariaparasiten verdanken, schildert Parasiten, die anscheinend sattelförmig dem Erythrocytenrande aufsitzen, und andere, deren Protoplasma feine Ausläufer oder bandartige Fortsätze oder breite Streifen aussendet, die sich weit auf der breiten Oberfläche der Blutscheiben erstrecken, während der Kern dem Erythrocytenrande anliegt und zugleich über die Peripherie des Erythrocyten deutlich hervorragt, so daß diese Formen z. T. lebhaft an die Schilderung Christy’s über das Eindringen der Merozoiten in den Blutkörper erinnern. Noch ältere Stadien sollen kappen- oder glockenartig einen ansehnlichen Teil de3 Erythrocyten überdecken und durch oberflächliche Annagung bzw. Einschmelzung des Erythrocyten allmählich in dessen Substanz etwas einsinken (also ganz wie bei Haemoproteus). Auch die Vermehrung durch Schizogonie soll auf der Oberfläche, nicht im Inneren der Erythrocyten stattfinden. Diese Angaben sind indessen noch der Nachprüfung bedürftig, zumal Argutinsky annimmt, daß die Malariaparasiten durchweg extraglobulär schmarotzen. Dies ist alter nach dem oben Gesagten sicher ein Irrtum und die Entwicklung der fraglichen extraglobulären Parasiten muß gerade im Gegensatz zu bzw. im Vergleich mit den intraglobulären Formen studiert werden.
Eine vermittelnde Stellung gegenüber der Streitfrage, ob die Malariaparasiten im Inneren oder auf der Oberfläche der Erythrocyten schmarotzen, hat bereits früher Maurer eingenommen mit der Annahme, daß die Parasiten anfänglich oberflächlich schmarotzen, später aber noch in das Innere des befallenen Blutkörpers eindringen. Diese Annahme scheint mir aber durchaus in Widerspruch zu stehen zu unseren derzeitigen Kenntnissen der Protozoenbiologie. Wenn wir auch an der Existenz extraglobulärer Parasitenformen nicht mehr zweifeln dürfen, so halte ich es doch für sicher, daß diese Parasitenformen auch ihre ganze Wachstumsperiode außerhalb der Erythrocyten vollenden und nicht noch nachträglich in einen solchen eindringen. Wie aber gar dieses Eindringen entsprechend der Darstellung Maurer’ s stattfinden könnte, nachdem der Parasit bereits zu einem relativ großen rundlichen Gebilde herangewachsen ist, ist mir schon allein vom mechanischen Gesichtspunkte aus völlig unverständlich. Das Eindringen eines parasitischen Protozoons in eine Wirtszelle ist doch nur durch bohrende Bewegungen eines mehr oder weniger zugespitzten Vorderendes vorstellbar.
Die Beobachtung, daß lieben den intraglobulären auch extraglobuläre Formen bei den Malariaparasiten Vorkommen, ist zunächst von besonderem Interesse für den Vergleich mit Haemoproteus. Ob sie auch Bedeutung gewinnen wird für die von A. Pleiin aufgeworfene Frage nach
(1) besonderen primären Latenzformen,
hängt noch von den weiteren Untersuchungen über die Verschiedenheit der Entwicklungsweise der beiderlei Parasitenformen ab. Jedenfalls erscheint mir durch jene Beobachtung die Existenz derartiger Latenzformen in den Bereich der Möglichkeit gerückt, wenn ich sie auch noch nicht für wahrscheinlich zu halten vermag. Vor allem kann ich sie nicht als ein theoretisches Postulat auselien, wie dies A. Plehn tut. Die gelegentlich zu beobachtenden ausnahmsweise langen Inkubationsperioden scheinen mir vielmehr durchaus auf anderem Wege erklärlich.
Als geradezu typisch möchte ich in dieser Beziehung die eigene Malariaerkrankung Plehn’s bezeichnen, die erst sechs Wochen nach der letzten Infektionsmöglichkeit, aber 14 Tage nach dem Aufhören der Chininprophylaxe erfolgte. Diese Frist von 14 Tagen stimmt auffällig überein mit der gewöhnlichen Inkubationszeit der Malaria, sowie auch mit der Latenzzeit vor kurzfristigen, durch ungenügende Chininbehandlung des voraus-