Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
143
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Die im Blute schmarotzenden Protozoen und ihre nächsten Verwandten. 143

reob deswegen wenig gerechtfertigt, weil Sciiaudinn die von ihm geschilderten Umwand-

mirl hingen durchweg am lebenden Objekt verfolgt hat, speziell auch die Umwandlung

89b des aus der Befruchtung der halteridienförmigen Gametocyten hervorgegangenen

koO Ookineten zur Trypanosomenform. Die Verfolgung derartiger Umwandlungen an

nie ein und demselben Individuum dürfte doch wohl das sicherste Mittel sein, um durch

>siK Mischinfektion bedingte Irrtümmer zu vermeiden.

Wenn also auch die Untersuchungen von Novy und McNeal gerade wegen i9b der abweichenden Untersuchungstechnik die entwicklungsgeschichtlichen Angaben ho8 . Schaudinns nicht zu erschüttern vermögen, so scheinen sie mir doch zu beweisen,, hßb daß es falsch wäre, auf Grund der Angaben Schaudinns nun etwa schließen zu low wollen, daß alle bei Vögeln zu beobachtenden Trypanosomen in den Entwicklungs- i9iil kreis von Halteridien gehören. Novy und McNeal scheinen mir vielmehr den V98 Beweis dafür geliefert zu haben, daß außer den Arten der Gattung Haemoprotem ,

i9d bei welchen Halteridienformen und Trypanosomen formen im Laufe der Entwicklungs­weg geschickte miteinander abwechseln, im Blute von Vögeln, und zwar z. T. derselben

e$oV j Vogelarten, auch noch andere Parasiten hausen, bei welchen ein derartiger Forni-

)ow Wechsel nicht stattfindet, welche vielmehr ebenso wie die Trypanosomen der Säuge­

nd! tiere ausschließliche Serumschmarotzer sind. Eine Bestätigung hierfür liefert auch 9ib die neuere Arbeit von Tiiiroux über Trypanosoma paddae Lav. u. Mesn. Ich ver­dien mute, daß nur diese ausschließlich im Serum schmarotzenden Trypanosomenarten rloi« sich nach der Methode von Novy und McNeal züchten lassen, daß dies dagegen i9d i bei jenen Arten, die wie Haemoproteus noctuae , zu einem auch nur teilweisen Zell- n&q Parasitismus übergegangen sind, nicht möglich sein wird.

Die Unterscheidung derjenigen Trypanosomenformen, welche in den Entwick- ntrl lungskreis von Zellschmarotzern hkieingehören, von solchen, welche ausschließliche [98 Serumschmarotzer darstellen, wird im einzelnen Falle immer nur durch Unter­au« ; suchungen über die Entwicklungsweise der betreffenden Formen mit Sicherheit zu UM ' fällen sein. Hierbei ist die Novy und McNEALsche Züchtungsmethode vor allem

ffrl für die Gewinnung reinen Infektionsmateriales von großem Wert. Die entwick­

ln! lungsgeschichtlichen Untersuchungen selbst sind dagegen au dem natürlichen Wohn- xtis ^ sitz der Parasiten anzustellen, 1 ) nicht an der Kultur, die nur zum Vergleich heran- s9g i gezogen werden dürfte (vgl. auch S. 100). Ein Hinweis dafür, daß man Entwick- nni lungsstadien von Haemoproteus vor sich hat, kann aber auch bereits der Pigment­tieg gehalt von Trypanosomenformen bieten.

y. Jedenfalls sind durch die glänzenden Untersuchungen Schaüdinns die Halteridien

bau . * und Trypanosomen der Vögel in den Vordergrund des Interesses gerückt und um so hun [ mehr scheint es erforderlich, hier eine Zusammenstellung der bisher bekannt gewordenen i<' r l | Formen folgen zu lassen.

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I 1. Die Halteridien.

i JjABHE hat alle, bei verschiedenen Vögeln gefundenen Halteridienformen zu einer einzigen Art zusammengefaßt, w T elche er anfänglich Haltcridium danilewskyi, später Laverania danilewskyi nannte. Beide Namen sind unhaltbar, da Kruse bereits 1890 den Gattungsnamen Haemoproteus gebildet hatte, dieser also die Priori- fM i tät besitzt. Der NameHalteridien hat sich aber so sehr eingebürgert, daß es dm ; | mir zweckmäßig erscheint, ihn zur Bezeichnung der Entwicklungsstadien, für welche

io | er bisher angewandt wurde, beizubehalten. Er hat dann freilich nur morphologische,

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je ') Vgl. hierzu auch die Äußerung Nochts auf der Meraner Naturforscherversamra-

uul f lung über die Notwendigkeit, in der Erforschung der pathogenen Protozoen die bisherige, rrii im wesentlichen bakteriologische Untersuchungstechmk durch die in der Zoologie üblichen slL j [ Methoden zu ersetzen.