auffaßt, über die aber nähere Angaben bisher fehlen und ein Urteil daher noch nicht möglich ist.
Bemerkenswert ist, daß die Kidei-Trypanozoen an hochgelegenen und verhältnismäßig kühlen Orten trotz des Vorkommens der Stomoxys nie gefunden wurden, so daß es scheint, als wenn ihre noch unbekannte Entwicklung innerhalb der Fliege in ähnlicher Weise wie die der Malariaparasiten von der Temperatur abhängig ist.
Trypanozoen des Aino.
Im Somalilande herrscht eine von den Eingeborenen Aino genannte Trypanosp vorwiegend unter den Kamelen, aber auch unter Pferden, Eseln und Maultieren. Künstliche Infektion durch Impfung gelang außerdem bei Meerkatzen und Hunden, nicht dagegen bei einem Pavian. Die Übertragung erfolgt nach Brumpt durch Glossina longipennis. Nähere Angaben über die Parasiten selbst fehlen. Brumpt hält sie für identisch mit Tryp. brucei. Laveran dagegen hält auch eine Identität mit Tryp. cvansi für möglich, da dieses nach einer Angabe von Savourü durch die Italiener von Bombay aus nach Massaua und Abyssinien eingeschleppt sein soll. (Vgl. auch vorstehend die Trypanozoen der Abyssinian Fly Disease und der Kidei, sowie nachstehend die Trypanozoen des Debab und der Mbori.)
Trypanozoen des Debab.
Die Gebrüder Sergent stellten bei Kamelen in Oued - Athmenia (Provinz Con- stantine, Algerien) eine Trypanose fest, die von den Arabern El Debab genannt wird. Die Parasiten sollen morphologisch von Tryp. evansi und Tryp. brucei nicht unterscheidbar sein. Ihre Überimpfung gelang auf Ratten, Mäuse, Kaninchen, Meerschweinchen, Hunde, eine Ziege, einen Makaken und ein Pferd. Ihr definitiver Wirt scheint ein Tabanus zu sein, da die Infektion nur während der kurzen ca. 40 Tage umfassenden Zeit im Sommer stattfindet, während deren die Tabaniden schwärmen. Laveran vermutet ihre Identität mit den Trypanosomen, die Cazalbou in Timbuktu bei der Mbori der Kamele gefunden hat, eine Annahme, die in der Tat recht wahrscheinlich ist.
Trypanozoen der Mbori.
Bei einer Mbori genannten Krankheit der Kamele im französischen Sudan (speziell bei Timbuktu) fand Cazalbou Trypanosomen von 20—25 u Länge und 1,5—2 ft Breite mit verhältnismäßig langer freier Geißel, die nach Laveran morphologisch kaum von Tryp. evansi zu unterscheiden sind und sich auf Ratten und Mäuse, Meerschweinchen und Kaninchen, Hunde und Katzen, Schafe und Ziegen, Pferde und „biches“ (wohl eine Antilopenart) übertragen ließen, aber nicht auf zuvor gegen die Surra von Mauritius immunisierte Rinder. Daraufhin rechnet Laveran diese Trypanosomen zu Tryp. evansi. Er sieht sie aber als eine besondere Varietät dieser Art an, die sich gegenüber der auf Mauritius eingeschleppten Varietät durch geringere Virulenz unterscheidet (besonders auffällig gegenüber Pferden, Ratten und Mäusen). Die Akten über diese Frage sind aber jedenfalls noch nicht geschlossen.
Übertragen wird das fragliche Trypanosom nach Cazalbou durch eine bisher noch nicht bekannt gewesene, von Cazalbou Tabanus sndanensis genannte Bremse.
Trypanozoen der Soumaya.
Bei einer Soumaya genannten Krankheit der Rinder und Pferde im französischen Sudan (speziell bei Macina am oberen Niger) fand Cazalbou gleichfalls Try- pauosomen, über die aber nähere Angaben noch nicht vorliegen. Morphologisch sollen sie nach Laveran vom Trypanosom der Mbori nicht zu unterscheiden sein, nur ihre Virulenz wird als geringer angegeben. Übertragbar auf Ratten, Mäuse und Hunde, während die Katze refraktär zu sein scheint. Der definitive Wirt ist noch nicht sicher festgestellt. Anfangs beschuldigte Cazalbou eine von ihm Tabanus nigcr genannte Bremse, die im französischen Sudan außerordentlich häufig sei. Neuerdings w r ird von Laveran