Teil eines Werkes 
Bd. 3 (1906)
Entstehung
Seite
127
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Die im Blute schmarotzenden Protozoen und ihre nächsten Verwandten.

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Trypanozoen derMule Disease.

Von der englischen Sleeping Sickness Commission in Entebbe (Uganda) bei einem kranken Maultier gefunden. Von den vorstehend angeführten Trypanozoen durch etwas anderes Verhalten bei Impfversuchen unterschieden. Bei Schaf, Ziege, Bind waren die Trypanosomen nach Impfung mit virulentem Blute nie nachweisbar, doch war das Blut des geimpften Rindes virulent für Hunde. Durch die anscheinende Immunität gegenüber derMule Disease wurde aber die Empfänglichkeit für eine spätere Impfung mit den Trypanozoen derJinja Cattle Disease nicht im geringsten beeinflußt. Ein Pavian zeigte sich, wie anderen Trypauozoeninfektionen gegenüber, völlig refraktär. Für Ratten waren die Trypanozoen derMule Disease anscheinend weniger virulent wie die­jenigen derJinja Cattle Disease. Außerdem gelang die Uberirapfung auf Kaninchen, Meerschweinchen, Esel, Meerkatzen, Hunde und einen Schakal. In ihren Form- und Größenverhältnissen unterlagen die Parasiten bei diesen verschiedenen Impfversuchen großen Schwankungen, insofern mehrfach Formen von auffälliger Breite (bis zu fast 5 ft bei nur 17 p Längej und mit sehr kurzer Geißel und starker Vakuolisierung des Proto­plasmas beobachtet wurden. Dieselben entsprechen jedenfalls den breiten Trypanozoen- formen, welche ich als die weiblichen Individuen aufgefaßt habe. Von Interesse ist des­halb noch die Angabe, daß diese Formen bei einer Meerkatze zu Zeiten gefunden wurden, wo die Trypanosomen sehr spärlich waren, und daß sie dann 23 Tage später wieder den gewöhnlichen schlankeren Trypanosomenformen Platz gemacht hatten. Auch die im Blute des erkrankten Maultieres gefundenen Trypanosomen gehörten dem breiten Typus an, ließen aber nach Überimpfung auf Hunde lange, schlanke Formen aus sich hervor­gehen. Offenbar handelt es sich in diesen beiden Fällen um Rückbildung von weiblichen zu indifferenten Formen.

Trypanozoen derAbyssinian Fly Disease.

Einer von Uganda aus an die abyssinische Grenze gesandten Kommission erkrankten und starben eine Reihe von Pferden, Kamelen und Hunden und zwar nach Fesl Stellung der englischen Sleeping Sickness Commission infolge einer In­fektion mit Trypanozoen von 20 30 p Länge (wovon 68 p auf die freie Geißel ent­fielen) und mit in der Regel scharf zugespitztem Hinterende. Impfversuche ergaben im wesentlichen dieselben Resultate wie bei den Trypanozoen derMule Disease, so daß die Identität beider Formen als wahrscheinlich angesehen wird. Nicht minder wahrscheinlich ist die Identität mit den Trypanosomen des Aino. Die betreffende Kommission hatte vor Ausbruch der Seuche am Rudolphsee eine von Glossina longipennis bewohnte Gegend berührt.

Trypanozoen der Kidei.

Wie in Kamerun kommen nach Sander auch in Deutsch-Ostafrika zwei für Haus­tiere pathogene Trypanozoenarten nebeneinander vor. Die eine derselben, welche durch Glossina übertragen wird, scheint mit dem Tryp. brucei identisch zu sein. Die andere dagegen, der Erreger einer von Sander Kidei genannten Krankheitsform, wird durch Stomoxys übertragen und unterscheidet sich auch morphologisch vom Naganaparasiten. Sie ist kleiner, mit hellerem, knrnchenfreiem Plasma, häufig spitz ausgezogenem Hinter­ende, ineist gar nicht zu sehender freier Geißel, auch nur selten durch die Färbung hervortretendem Randsaum der undulierenden Membran und einem Kern, der kompakter und länglicher erscheint wie bei Tryp. brucei. Mit Ausnahme der Angabe über den Kern erinnert mich diese Schilderung lebhaft an meine Beobachtungen über Tryp. vivax (vgl. S. 125). Sander selbst denkt an die Möglichkeit, daß dieses hauptsächlich in der Nähe der Küste beobachtete Trypanosom mit Tryp. evansi identisch sei, indem bei dem lebhaften Verkehr mit Indien die Surra nach den osiafrikanischen Küstenländern einge­schleppt sei, während die Nagana mehr auf das Innere beschränkt sei.

Neben den Trypanosomen fand Sander beim Beginn der Infektion im Blutserum auch noch andere eigentümliche Gebilde, welche er als Entwicklungsstadien der Parasiten