3. Die Kolonien als weltpolitische Stützpunkte.
Die größte und wohl auch zukunftsreichste Kolonie, die wir besitzen, Deutsch-Oftafrika, ist unter anderen als wirtschaftlichen Zielgedanken erworben worden. Wir hatten zwar auf Zanzibar sowohl, als auch aus der gegenüberliegenden Festlandsküste, genau wie in Westafrika und in der Südsee, seit langem schon eine feste Handelsftellung uns errungen, und durch sie ist die Richtung unseres Vorgehens auch hier bestimmt worden. Der Zweck jedoch, den Carl Peters, Gras Pfeil und Referendar Iühlke mit der Besitzergreifung verbanden, und der sie die Unterstützung Bismarcks finden ließ, — der war auf Erwerb von Kolonisationsland gerichtet, also ausgeprägt politischen Inhalts. Es war die Zeit, da Deutschland aus dem Darniederliegen seiner Volkswirtschaft die größten Auswandererziffern auswies, die es jemals erreicht hat. Mehr als 200 000 Köpfe verließen zu Anfang der achtziger Jahre alljährlich ihr Vaterland, um draußen in den Vereinigten Staaten von Amerika sich eine neue Heimat zu suchen. Davon wenigstens einen Teil für die Ausweitung unseres eigenen Machtbereiches zu benutzen und so den Anfang zu einem überseeischen Deutschland mit starker deutscher Bevölkerung zu machen, das war die Aufgabe, die man ursprünglich dem oftafrikanischen Schutzgebiet zugedacht hatte.
Der soziale Untergrund dieser Zielsetzung ist nun freilich in der Gegenwart kaum noch vorhanden. Unsere Auswanderung ist
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