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Bd. 1 (1905)
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Prof. Di\ A. Calmf.tte.

Hieraus ergibt sich ein enger Zusammenhang zwischen dem Kröten- und Salamandergift. Diese sehr kompliziert zusammengesetzten Substanzen bilden ein Gemenge von Giften, von denen einige den vegetabilischen Alkaloiden ganz analog sind, während andere nahe Verwandte der Mikrobentoxine und des Schlangen­giftes sind.

Literatur.

1884 Calmels, G., Ac. des Sciences. Paris. 25.,'II.

1889 Dutartre, A., C. R. Acad. des Sciences. l./IV.

1890 Derselbe, 29.;I.

1877 Fornara, Journ. de therap. S. 929.

1898/1900 Faust, Edwin Beiträge zur Kenntnis des Salamandarins und der Salamander­alkaloide. Arch. f. exp. Path. u. Therap. XLI S. 219 u. XLIII S. 84.

1902 Derselbe, Uber Bufolin und Bufotalin. Arch. f. exp. Path. und Pharmak. Leipzig. December.

1891 Gbatiolet et Cloez, C. r. Acad. des Sciences. Paris. 21./IV.

1892 Dieselben, Mai.

1901 Pröscher, Zur Kenntnis des Krötengiftes. Hof. Beitr. I S. 575.

1899 Phisalix, Bull. doc. Mus. hist, natur.

1897 Derselbe, Soc. d. Biologie. S. 723 u. 823.

1893 Phisalix und Bertrand, Arch. de physiologie. S. 511.

1890 Phisalix und Langlois, C. rend. Ac. des Sciences.

1899 Schultz, Arch. f. mikroskop. Anatom. S. 97. II.

YIII. Sauria, Echsen.

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Die Echsen sind wechselwarme, mit Horn und Knochengebilden bekleidete Wirbel­tiere, mit zwei, vier oder ohne Gliedmaßen und unbeweglichen Gesichtsknochen.

Zur Ordnung der Echsen gehört nur eine Gattung von giftigen Eidechsen, Hclodcrma horridum, die grobe Krusteneidechse, deren Kopf und Körper mit kleinen gelben Knötchen auf braunem Grunde bedeckt ist. Die Krusteneidechse erreicht oft eine Länge von über einem Meter, ihr Vorkommen ist auf die warme Zone des Westabhangs der Anden beschränkt. Das häßliche Tier wird besonders in der Umgegend von Tehuantepec gefunden, wo es den Eingeborenen große Furcht einjagt.

Der Speichel aus der Unterzungendrüse der Krusteneidechse ist giftig und ruft nach Einspritzung in das Unterhautbindegewebe starken Speichelfluß unter Be­schleunigung der Atmung und Herztätigkeit hervor. Die arterielle Spannung sinkt dabei sehr schnell. Die Gerinnungsfähigkeit des Blutes ist anfangs gesteigert, später vermindert, wie bei der Einwirkung des Viperidengiftes.

IX. Mammalia, Säugetiere.

Die Säugetiere sind gleichwarme, in der Regel behaarte Wirbeltiere, welche stets durch Lungen atmen und mit Ausnahme der Schnabeltiere, lebende Junge ge­bären, die sie eine Zeitlang durch Milch ernähren.

Ein einziges zur Ordnung der Kloakentiere, Monotremata, eierlegende Säugetiere mit schnabelartig verlängerten Kiefern, gehörendes australisches Säugetier kann als Träger eines Giftorganes angesehen werden, das Schnabeltier, Ornithorliynchus para­dox ns oder Platyrus , dessen Kopf in eine Art Entenschnabel ausläuft, in welchem am Oberkiefer als Waffe zwei Hornzähne sitzen. Durch den Körperbau und den dicken Haarpelz ähnelt das Schnabeltier dem Biber. Die kurzen Füße tragen fünf durch Schwimmhäute verbundene und mit scharfen Nägeln ausgerüstete Zehen. Bei dem