Vergiftungen durch tierische Gifte.
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Sie sind über ganz Afrika, Asien, Nord- und Südamerika verbreitet. ln Australien gehören fast alle dort vorkommenden Schlangen zu dieser Unterabteilung.
Die Unterordnung der Viperidae (Vipern, Solenof/ii/phen oder Röhrenzähner) wird durch den dreieckigen, im hinteren Teile verbreiterten Kopf und durch das Aussehen des Körpers überhaupt gekennzeichnet, welcher gedrungen ist und in einen kurzen Schwanz ausläuft. Die Gesichtskuochen sind beweglich, der Kiefer ist stark verkürzt und hat eine Gelenkverbindung mit dem Os ectoptervgoideum. Derselbe trägt ein Paar mächtige Giftzähne, einen auf jeder Seite, in deren Nachbarschaft stets einige Ersatzzähne im Zahnfleisch versteckt sind. Diese rücken an die Stelle des Hauptzahnes, wenn dex-selbe abbricht oder zur Zeit der Häutung von selbst aus fällt
Die Giftzähne der Vipern sind nicht gefurcht, wie bei den Colubriden, sondern von einem geschlossenem Kanal durchbohrt, in dessen oberes Ende der Ausführungsgang der Giftdrüse mündet, während der untere etwas nach oben und vorn von der Spitze des Zahnes sich nach außen öffnet. Die Spitze ist immer äußerst scharf.
Der Gaumen und der Unterkiefer sind mit kleinen hakenförmigen, soliden und kein Gift führenden Zähnen besetzt.
Mit Ausnahme der Atractcrupis sind diese Schlangen sämtlich ovovivipar, die meisten leben auf dem Erdboden, einige führen ein halbaijuatisehes Leben, andere hausen auf Bäumen. Sie sind über ganz Europa, Asien, Afrika, mit Ausnahme von Madagaskar, und Amerika verbreitet, fehlen dagegen in Australien. Man teilt sie in zwei Familien ein:
a) Viperinae mit sehr breitem, mit kleinen Schildchen und Schuppen bedeckten Kopfe und ohne eine Grube zwischen Nase und Augen.
b) Crotalinae mit sehr breitem, nur unvollständig mit Schuppen bedecktem Kopfe und einem tiefen Grübchen auf jeder Seite zwischen Auge und Nasenloch.
B. Giftorgane.
Die bei den Proteroglyphen gefurchten oder bei den Solenoglypheu von einem Kanal durchbohrten Zähne, welche zur Einimpfung des Giftes dienen, sind fest mit dem Oberkiefer verwachsen und fast in ihrer ganzen Länge von einer breiten häutigen Zahnfleischfalte bedeckt, welche gleichzeitig die Ersatzzähne verbirgt. In normaler Haltung sind sie nahezu horizontal gelagert und zeigen keinerlei eigene Beweglichkeit. Wenn das Tier jedoch seine Beute beißt, so erfolgt die Aufrichtung der Zähne durch das Zurückwerfen des Kiefers nach hinten. Diese plötzlich ausgeführte Bewegung ermöglicht es dem Tiere, zu gleicher Zeit mit Hilfe besonderer Musculi constrictores die Giftdrüse auszudrücken.
Die Anordnung und Größe der Gift zähne ist bei den einzelnen Arten der Giftschlangen sehr verschieden. Bei den Vipcridue findet man lange und außerordentlich spitze Zähne, welche tiefe Wunden verursachen können. Bei den Elapinae und besonders bei den Hydrophiinac sind die Zähne viel kürzer, diese Schlangen besitzen aber das furchtbarste Gift.
Dieser Unterschied und die Art der Verteilung der anderen unzähligen kleinen Zähne auf dem einen oder anderen Kiefer lassen in vielen Fällen schon aus dem Aussehen der Bißwunde schließen, von welcher Schlangenart die Verletzung herrührt.
Wenn ein Giftzahn verloren oder abgebrochen wird, so rückt der nächste und am meisten in der Entwicklung vorgeschrittene Ersatzzahn an die Stelle des alten und wächst schon in drei bis fünf Tagen fest.
Die Giftdrüsen nehmen einen breiten Raum zwischen den Muskeln hinter den
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