Vergiftungen durch pflanzliche Gifte.
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eisen auszubrennen, um das noch nicht absorbierte Gift zu zerstören oder wenigstens auf ein Minimum zu reduzieren.
Literatur.
1900 Arnaud, Sur une Ouabai'ne crystallisee. C. r. d. l’Ac. des Sc. Plusieurea Communications du 1888 jusqu’ä 1900.
1899 Brieger, L., Untersuchungen über Pfeilgifte. Deutsche medizin. Wochensch. Nr. 39.
1900 Derselbe, Weitere Untersuchungen über Pfeilgifte. Ibid. Nr. 3.
1902 Brieger, L, und Disselhorst, G., Untersuchungen über Pfeilgifte aus Deutsch-Ostafrika. Ber. d. deutsch, ehern. Ges. XXXV. H. 13.
1897 Colorni e Bressanin, 11 veleno delle freccie dei Somali o uabaio. Annali di medicina Navale. Roma, fase. XI. p. 1324.
1888 Gley, Sur l’ouabaio. C. r. de l’Ac. des Sc. Paris.
1595 Derselbe, L’ouabaio. C. r. de la Soc. de Biol. Paris.
1899 Pasquale, Ricerehe sperimentali sulla tossicitä dell’ Uabaio e dell’ Uabai'na. Ann. di med. navale. fase. III. p. 358.
Außer den genannten wichtigsten Pfeilgiften finden noch eine große Anzalil von pflanzlichen Stoffen zum gleichen Zwecke Verwendung. Das auf S. 250 und 251 folgende Verzeichnis derselben ist dem Werke Lewin’s entnommen.
Außerdem werden in Afrika wegen ihrer reizenden Eigenschaften noch einige Aroülen gebraucht: Caladium sanguinemn, Armn vencnalum, ferner mehrere Ascle- piadeen: A. callotropis, A. procera, in Südafrika einige Ettphorbiaceen: E. arborescens, E. viroset, jK cereiformis, in Asieu eine andere Wolfsmilchsart, E. TirucalU, auf Sumatra eine Ilomaloincne (Fam. Aroideae).
Literatur.
1885 Heckel et Schlagdenhauffen, Du doundake et de son ecorce. Arch. de med. nav. Decembre. p. 447.
II.
Zu sogenannten Gottesurteilen verwandte Gifte.
Wie es im Mittelalter in Europa geschah, so greifen noch jetzt einige Naturvölker, um die Frage der Schuld oder Schuldlosigkeit zu entscheiden, zum sogenannten'Gottesurteil, wobei die Probe in solchen Fällen fast immer mit giftigen Stoffen angestellt wird.
Als Typus eines solchen Giftes greifen wir ein von Eingeborenen der Westküste Afrikas angewandtes sogenanntes „Mbundu“ heraus. Das Gift wird durch Mazeration der Wurzelrinde von Strychnos leaja Baill. oder Akaxga gewonnen. Nach Hf.ckel und Schlagdeniiauffen enthält dieser Baum weder Brucin noch Strychnin, sondern ein Alkaloid Akazgin, nach Gaudiet und Lautier dagegen wäre das wirksame Prinzip nichts anderes als Strychnin. Sicher ist, daß dieses Gift in Dosen von 0,006—0,01 Gramm Kaninchen lähmt und tötet, wobei ein reflektorischer Tetanus entsteht. Künstliche Atmung verzögert den Eintritt des Todes.
Die Gabunneger zwingen den Angeklagten über einen Stock zu springen nachdem er eine Abkochung der Wurzel getrunken hat. Derselbe wird für schuldig erklärt, wenn er wegen der eintretenden Lähmungen den Sprung nicht ausfüliren oder wenn er nicht einige Tropfen Urin auf ein Bananenblatt entleeren kann.
Die Vergifteten nämlich verlieren jede Gewalt über den Blasenschließmuskel und blutiger Urin rinnt unaufhörlich Tropfen für Tropfen aus der Harnröhre. Dem Eintritt des Todes geht Extensionstetanus voraus (Lewin).