240
Dr. Filippo Rho.
steckt. Im ersteren Falle versucht mau zunächst durch vorsichtiges Hin- und Herbewegen des Pfeiles in einer zur Schußlinie senkrechten Richtung zu lockern und dann das Geschoß zu entfernen. Bei solchen größeren Eingriffen ist die allgemeine oder örtliche Xarkose, Anästhesierung, oder wenigstens die Anwendung von schmerzlindernden und beruhigenden Mitteln, z. B. Morphiuminjektion angezeigt.
1. Curare.
Unter Curare, auch Warara, Urari, Wurrali, versteht mau das bei den Einwohnern Guyanas und des Flußgebietes des Orinoko und Amazonen Stromes gebräuchliche Pfeilgift. Es ist ein bitteres Extrakt, welchen diese Indianer aus einem Dekokt der Rinde, Wurzeln und des Holzes verschiedener Strychnos arten bereiten (S. toxi fern Schumis., S. Cremuxii Planck., S. Castdnucana Wedljell.,
A Blüte von Strychnos hrnsiliensis Mart.; B von S. toxifcra Bf.ntii. ; C von S. Bscudo- Quina St. Hil.; D Zweigstück mit Ranke von S. brevifoliu Spr. ; E von S. aculenta Solered. ; E von S. triplinervia Mart.; G von S. Castelnaeana Wedd. (Nach Engler. Die natürlichen PHanzenfamilien.)
S. Guhleri Planck, u. a.). Bei der Herstellung werden noch andere nebensächliche Pflanzen verwandt, welche wenig wirksam und botanisch noch nicht genau bestimmt sind. Diese dienen vorwiegend zum Eindicken des Dekokts. Einige dieser Zusätze haben auch gewisse giftige Eigenschaften z. B. Cocculus toxiferus, C. Ama-