Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
Entstehung
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Dr. Filippo Rho.

steckt. Im ersteren Falle versucht mau zunächst durch vorsichtiges Hin- und Her­bewegen des Pfeiles in einer zur Schußlinie senkrechten Richtung zu lockern und dann das Geschoß zu entfernen. Bei solchen größeren Eingriffen ist die allgemeine oder örtliche Xarkose, Anästhesierung, oder wenigstens die Anwendung von schmerz­lindernden und beruhigenden Mitteln, z. B. Morphiuminjektion angezeigt.

1. Curare.

Unter Curare, auch Warara, Urari, Wurrali, versteht mau das bei den Ein­wohnern Guyanas und des Flußgebietes des Orinoko und Amazonen Stromes gebräuchliche Pfeilgift. Es ist ein bitteres Extrakt, welchen diese Indianer aus einem Dekokt der Rinde, Wurzeln und des Holzes verschiedener Strychnos arten bereiten (S. toxi fern Schumis., S. Cremuxii Planck., S. Castdnucana Wedljell.,

A Blüte von Strychnos hrnsiliensis Mart.; B von S. toxifcra Bf.ntii. ; C von S. Bscudo- Quina St. Hil.; D Zweigstück mit Ranke von S. brevifoliu Spr. ; E von S. aculenta Solered. ; E von S. triplinervia Mart.; G von S. Castelnaeana Wedd. (Nach Engler. Die natür­lichen PHanzenfamilien.)

S. Guhleri Planck, u. a.). Bei der Herstellung werden noch andere nebensäch­liche Pflanzen verwandt, welche wenig wirksam und botanisch noch nicht genau bestimmt sind. Diese dienen vorwiegend zum Eindicken des Dekokts. Einige dieser Zusätze haben auch gewisse giftige Eigenschaften z. B. Cocculus toxiferus, C. Ama-