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Prof. Dr. A. Looss.
Insekten ist meist mit einer Met amorphose verbunden, die aber eine sehr verschieden tiefgehende sein kann. In gewissen Fällen gleicht das aus dem Fi ausschlüpfende junge Tier in seiner Körpergestalt und inneren Organisation bereits der erwachsenen Form (der „Imago ), es lebt und nährt sich wie diese und wandelt sich allmählich und schrittweise in sie um (Insekten mit „unvollkommener Metamorphose“; Insecta hemime- tabola). In anderen Fällen ist die aus dem Fie ausschlüpfende Larve in Gestalt und Organisation von ihren Eltern total verschieden, sie lebt und nährt sich unter mehr oder minder abweichenden, nur für sie geltenden Bedingungen, und braucht, am Ende ihres Larvenlebens angelangt, eine Periode der Ruhe und Unabhängigkeit von der Außenwelt, um die Gestalt der Imago annehmen zu können (Insekten mit „vollkommener Metamorphose“, Insecta metabola).
Die Fahl der parasitisch lebenden Insekten ist verhältmäßig klein; der Parasitismus selbst kann ein sehr verschieden intensiver sein. Nur Insekten mit unvollkommener Metamorphose sind während ihres ganzen Lebens Schmarotzer, entweder stationäre, wie die Pediculiden oder Läuse, die auf ihrem Wirte geboren werden und dort neben ihren Eltern heran wachsen, oder temporäre, wie die Acanthiaden oder Wanzen, die den Wirt nur zum Zwecke der Nahrungsaufnahme angehen, sonst aber an versteckten Plätzen in seiner Umgebung hausen. Ihre Mundteile sind in Steeh- und Saugapparate umgewandelt. Unter den Insekten mit vollkommener Metamorphose findet sich eine parasitische Lebensweise fast ausschließlich bei den Dipteren oder Zweiflüglern und erstreckt sich hier niemals mehr auf das ganze Leben, sondern nur auf ein Stadium, teils das imaginale, teils das larvale. Im letzteren Falle ist der Parasitismus immer stationär (Larven der Fliegen) im ersteren kann er stationär sein (Sandfloh), ist in der Regel aber nur temporär (Mücken, Flöhe etc.).
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SarcopayUa penetrans (San dfl oh).
(Pulex penetrnns L., Rhynchoprinn pcnelmns (Ok.); Chique, chigoe, chigger, djigga,
nigua u. a.)'
Ein etwa 1 mm langer, im Männchen durch den relativ großen, nach außen vorstehenden Penis bis zu 2 mm lang erscheinender, in Zentral- und Südamerika heimatsberechtigter Floh, der 1872 nach der Westküste Afrikas importiert wurde, und sich von dort aus mit enormer Geschwindigkeit bis an die Ostküste, nacli Norden bis Algier und dem Sudan, nach Süden bis Benguela verbreitet hat. Vom Kontinente aus ist er neuerdings auf benachbarte Inseln (Zanzibar, Madagascar Capverden) und schließlich auf das asiatische Festland (Persien, Indien, China) vorgedrungen. Er liebt vegetationsarmen, warmen und trockenen, vor allem also sandigen Boden; andauernde Feuchtigkeit scheint ihm und seiner Brut direkt schädlich zu sein.
Vor der Begattung leben Männchen und Weibchen nach Art der gewöhnlichen Flöhe und suchen den Menschen nur zum Zwecke des Blutsaugens auf. Nach der Begattung stirbt das Männchen ab, während das Weibchen zum stationären Parasiten wird, indem es mit dem Kopfe voran in die Haut von Warmblütern eindringt, um dort seine Brut zur Reife zu bringen. Befallen werden vor allem verschiedene Säugetiere (Hund, Schwein, Rind, Pferd) und der Mensch, von diesen vorwiegend die mit nackten Füßen umhergehenden Eingeborenen, im Notfälle auch Vögel (Papageien, Hühner). Als Eintrittsstelle suchen sich die am Boden lebenden Flöhe in erster Linie die Füße aus; entweder unverletzte weiche Hautpartien, so die Haut unter den Nägeln, die Falten zwischen den Zehen usw., oder sie benutzen an härteren Hautstellen kleine Verletzungen, wie sie namentlich an den Sohlen häufig Vorkommen. Gelegentlich sind Sandflöhe auch an anderen Körperteilen, wie den Händen und Fingern, den Falten am Anus, den männlichen Genitalien, bei Vögeln an den Augenlidern beobachtet worden.
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