Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1905)
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Von Würmern und Arthropoden hervorgerufene Erkrankungen.

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2. Arthropoden, Gliederfüßler.

Tiere mit ungleichartig segmentiertem Körper, einem festen äußeren Chitinskelett und mehreren Paaren von Extremitäten, die aus einzelnen, beweglich gegeneinander ab­gesetzten Gliedern bestehen (woher der Name Gliederfüßler), Eine außerordentlich formenreiche Tiergruppe, aus der als Parasiten des Menschen nur Angehörige zweier Klassen, der Arachnoidea oder Spinnentiere und der Insecta, JTejeapoda oder Kerbtiere, Insekten in Betracht kommen. Bei den

Arachnoideen

ist der die Mundteile tragende Kopf stets mit der die Gehfußpaare tragenden Brust zu einem einheitlichen Stücke, dem Cephalothorax verwachsen; der extremitätenlose Hinter­leib (Abdomen) kann entweder von der Kopfbrust abgesetzt, oder (wie bei den Milben) fest und ohne deutliche Grenze mit ihr verwachsen sein. Die Arachnoideen besitzen 4 (als Larven teilweise erst 3) Gehfußpaare und vor diesen 2 Paare von Mund Werkzeugen deren hinteres in gewissen Fällen beinartig ausgebildet sein kann.

Von den Milben (Acarina) spielen in der Literatur über Tropenkrankheiten mehrere Arten insofern eine Rolle, als sie für die Erreger gewisser, in Bezug auf ihre Ätiologie noch ungenügend bekannter Erkrankungen angesehen wurden und zum Teil noch angesehen werden. Die eine, in ihrer Heimat Kedani oder Akamushi genannt, wird mit dem japanischen Fluß- oder Überschwemmungsfieber in Beziehung gebracht; es ist eine kleine, ca. 0,3 mm lange, 0,2 mm breite, lebhaft rot gefärbte, am Körper und an den 6 Beinen stark behaarte Milbenlarve, deren erwachsener Zustand noch nicht bekannt ist.

Das japanische Fluß- oder Fberschwemmungsfieber.

(Tsutsugamushi, Shimamushi, Kedani-Krankheit.)

Nach Bälz eine alljährlich in den Monaten Juli und August an gewissen, im Frühjahr überschwemmten Stellen auftretende, akute, nicht kontagiöse Infektions­krankheit von typischem, fieberhaftem Verlauf, mit umschriebener Hautnekrose be­ginnend und zu Lymphdrüsenschwellung und Hautexanthem fiiltrend.

Die Krankheit ist bis jetzt nur aus Japan bekannt und hier auf das Über­schwemmungsgebiet einiger großer Flüsse der Westküste beschränkt, auf der Ost­küste unbekannt. Obwohl an die Überschwemmung gebunden, ist sie doch nicht notwendige Folge derselben. Befallen werden, ohne Unterschied des Alters und Geschlechts, vor allem die Leute, welche die Hanfernte an den infizierten Lokali­täten schneiden, seltener diejenigen, welche sie transportieren oder sonst mit ihr in Berührung kommen.

Symptome. Die Krankheit meldet sich nur manchmal durch unbestimmte Störungen des Allgemeinbefindens (schlechte Stimmung, Eingenommenheit des Kopfes, schlechten Appetit usw.) an, beginnt meist am 6. Tage nach der mutmaßlichen In­fektion mit heftigem, mit Hitze abwechselndem Frösteln, Kopfschmerz, Klopfen in den Schläfen, sehr starkem Schwächegefühl usw., und es wird dann als charakte­ristisches und nie fehlendes Merkmal der Krankheit an einer gewissen Körperstelle, an der die Lymphdrüsen schmerzhaft geworden sind (in den Leisten oder Achseln,

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