Von Würmern und Arthropoden hervorgerufene Erkrankungen.
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Die Entwicklungsgeschichte ist experimentell noch nicht verfolgt, aber aller Wahrscheinlichkeit nach dieselbe wie die von Linguatula rhinaria (Pilger) = Pentast. taenioides R. und Porocephalus crotali Humboldt = Pentastomum proboscideum R. Die Eier gelangen aus den Lungen durch die Trachea in die Mundhöhle, von da in den Darm und werden mit den Eäces nach außen entleert, wo der in den Eiern enthaltene Embryo sich lange am Leben zu erhalten vermag. Werden sie zufällig mit der Nahrung von geeigneten Zwischenwirten verschluckt, dann schlüpft der Embryo aus, durchsetzt die Darmwand und wandert eine Zeitlang teils zwischen, teils in den Organen, bis er sich schließlich in der Leber oder im Bindegewebe encystiert. In diesen Cysten wächst das junge Tier innerhalb mehrerer Monate zu der reifen Larve heran, die nunmehr die Neigung zeigt, ihren bisherigen Wohnsitz zu verlassen. Sie durchbricht die Cyste, und begibt sich wiederum auf die Wanderung, wobei sie die Gewebe und Organe rücksichtslos zerstört und in das Darmlumen, in die Leber, die Lunge, Trachea und selbst in die Stirnhöhlen gelangen kann. Die Schädigungen, welche dem Organismus des Trägers aus dieser zweiten Wanderung erwachsen, sind infolge der Größe der Parasiten jetzt viel größer, als die durch die Wanderung der kleinen Embryonen verursachten und nehmen naturgemäß noch mit der Zahl der anwesenden Larven zu. Sie können, wenn Entzündung hinzutritt, zum Tode führen.
Die in das Darmlumen übergetretenen Larven dürften mit den Fäces entleert werden; ob sie noch in eine Schlange zu gelangen und sich dort zu entwickeln vermögen bleibt zweifelhaft. Sicher dagegen ist, daß, wenn der Zwischenwirt oder die die eucys- tierten Larven enthaltenden Organe desselben von dem definitiven 4\ irte gefressen werden, die Larven im Magen ihre Cysten verlassen und nach den Lungen wandern, wo sie zur Geschlechtsreife heranwachsen.
Bei einer den Menschen in Europa gelegentlich befallenden Linguatulide (Linguatula rhinaria, früher Pentastomum taenioides) hat man beobachtet, daß die aus den Cysten ausgebrochenen Larven direkt nach dem Sitze der erwachsenen Form, den Stirnhöhlen, wandern und sich dort ansiedeln können. Da der erwachsene Porocephalus moniliformis in der Lunge von Riesenschlangen lebt, ist bei ihm eine Weiterentwicklung zur Geschlechtsform im Menschen höchst unwahrscheinlich.
Außer im Menschen ist die Larve von Porocephalus moniliformis noch gefunden worden in der Giraffe, in Proteles cristatus (einer Hyäneuart), Cynocephalus mormon (dem Mandrill) und Cercopithecus alboyularis (einem Affen; eigene Beobachtung).
Eine sichere Diagnose der Pentastomenlarven als Ursache von Gesundheitsstörungen ist in den meisten Fällen nicht zu stellen. Da es sich um Larven handelt, sind Eier nicht vorhanden, und ob die Larven selbst in den Stühlen erscheinen, hängt ganz vom Zufall ab. Indessen sind Fälle schwerer Infektion, wie die von Aitken und Cualmeus beobachteten selten und einige wenige Larven können als unschädlich betrachtet werden.
Literatur.
1899 Cu almers, A. .1., A case of Pentastoma constrictum, in: Laucet. Jan. 24. S. 1715—16. 1899 Neumann, C. G., Sur les porocephales du chien et de quelques inammiferes, in: Arch.
Paras. II. S. 356—61.
1898 Shipley, A. E., An attempt to revise the family „Linguatulidae u , in: Arch. Paras. I. S. 52-80.
Iusekteu, Kerbtiere.
Arthropoden, bei denen die Gliederung des Körpers in Kopf, Brust und Hinterleib deutlich ausgesprochen ist; am Kopfe 4 Paare von Anhängen, die in Mundwerkzeuge umgebildet sind, an der Brust 3 Paare von Gehfüßen, zu denen sich ein oder 2 Paare von Flügeln gesellen können; Hinterleib in der Regel anhangslos. Die Entwicklung der