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Der Baumwollbau in den deutschen Schutzgebieten : seine Entwicklung seit dem Jahre 1910 / hrsg. vom Reichskolonialamt
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8. Verbesserung der Viehhaltung und allmählicher Übergang zur planmäßigen Zucht durch Zuchtwahl. Ausscheidung alter und minderwertiger Tiere von der Zucht. Nur gute und nicht zu viele Bullen sind zu halten. Unterbringung des Viehes in reinen und trockenen Ställen, besonders in der Regenzeit.

9. Anlage von Musterfeldern. An vier bis fünf Stellen in verschiedenen Land­schaften des Bezirks sind Musterfelder von je zwei Hektar zu Demonstrationszwecken anzulegen. Von diesen zwei Hektar ist an jedem Ort ein Hektar mit Baumwoll- reinkultur zu bepflanzen und ein Hektar mit anderen für die Eingeborenen wich­tigen Kulturpflanzen, wie Erdnüssen, Bohnen, Mais usw. zum Versuch von Frucht­wechsel. Etwa vom Gouvernement überwiesene Saaten und Pflanzen sind auf diesen Feldern auszupflanzen und zu vermehren zum Zwecke späterer Verteilung an die Eingeborenen. Die Arbeiten auf diesen Feldern sind in Gebieten mit Vieh­haltung möglichst mit Spanntieren und Geräten, Pflug, Egge usw. auszuführen. Die notwendigen Arbeiten sind aus der Landschaft gegen Bezahlung des orts­üblichen Lohnes, den das Bezirksamt festsetzt, zu nehmen. In Gebieten mit Vieh­haltung ist durch Düngung einer Parzelle die Ertragssteigerung vorzuführen.

Die Anlage der unter 8 erwähnten Muster- oder Demonstrations­felder vermögen die Abbildungen Nr. 6 und 7 auf Taf. IV zu veran­schaulichen, welche je ein mit Baumwolle bzw. Mais bestelltes Demon­strationsfeld bei dem Dorf Pongwe im Bezirk Bagamojo darstellen.

Die Tätigkeit des Bezirkslandwirts von Muansa Anleitung zur Feld­bearbeitung zeigt Abb. Nr. 8 auf Taf. V.

Die Einrichtung der farbigen Wanderlehrer wurde von Indien und Uganda übernommen. Die Farbigen sind in Ostafrika den Bezirks­landwirten als Gehilfen zugeteilt; sie sollen mit ihnen das Land fort­gesetzt bereisen und sie bei der Kontrolle der Eingeborenen unterstützen. Die Ausbildung der farbigen Wanderlehrer erfolgte bisher nur in Mpan- ganya und Myombo. In Mpanganya waren Ende 1913 54 Schüler aus den Bezirken Rufidji, Kilwa und Lindi eingestellt. Für den Lindibezirk sollen die Leute von 1914 an in Mahiwa ausgebildet werden.

In Myombo wurden 1912 13 junge Leute ausgebildet; doch hat hier die Ausbildung unter dem wiederholten Wechsel des Leiters ge­litten.

Farbige Baumwollehrer sind schon tätig in den Bezirken Bagamojo, Daressalam, Morogoro, Rufidji, Kilwa und Lindi; sie haben sich, soweit sie lesen und schreiben können, im allgemeinen gut bewährt 1 ).

6. Sonstige Massnahmen des Gouvernements.

Abgesehen von den in den vorstehenden Abschnitten bereits behan­delten Maßnahmen der Verwaltung zur Förderung des Baumwollbaues,

x ) Es erscheint beachtenswert und ist für die Verschiedenheit der in beiden Schutzgebieten obwaltenden Verhältnisse charakteristisch, daß man in Togo mit