i. Kapitel.
Der Baumwollbau in Deutsch-Ostafrika.
A. Natürliche Vorbedingungen.
1. Boden.
Wie bekannt, ist die Baumwollpflanze im allgemeinen, abgesehen von schweren Ton- und leichten Sandböden, nicht gerade wählerisch in bezug auf die Bodenbeschaffenheit. Bei schweren Tonböden besteht die Gefahr, daß durch ihre starke wasserhaltende Kraft bei anhaltendem Regen dasWasser zu lange festgehalten wird, so daß der Boden nicht genug ■durchlüftet. Bei den leichten Sandböden ist die Absorption im Gegensatz dazu zu gering, so daß längere Trockenzeiten der Entwicklung der Baumwolle gefährlich werden können. Die Sachlage ändert sich, wenn die Untergrundverhältnisse die schlechten Eigenschaften der Krume bis zu einem gewissen Grade aufheben, oder die klimatischen Verhältnisse besonders günstig sind, oder durch zweckentsprechende Entwässerung, im anderen Falle Bewässerung, die Feuchtigkeitsverhältnisse geregelt werden können. Nach den bisherigen Erfahrungen liefern in Deutsch-Ostafrika -ohne besondere Maßnahmen die sichersten Ernten tiefgründige Lehmböden mit durchlässigem Untergrund, Böden, deren Kapillarität, Absorption und Durchlässigkeit die Feuchtigkeit während der ganzen Vegetationszeit in günstiger Weise beeinflussen. Die Eignung der Böden nimmt in demselben Maße ab, in dem sich diese, unter gleichzeitiger Berücksichtigung des Klimas, den Extremen nähern.
Eine durch falsche Bodenwahl geschaffene ungünstige Grundlage hat naturgemäß ein kümmerliches Gedeihen der Baumwolle zur Folge, wodurch die Pflanze für den Befall von Krankheiten der verschiedensten