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Das deutsche Kiautschou-Gebiet und seine Bevölkerung : Kartenkrokis und statistische Tabellen / entworfen und zusammengestellt von Offizieren des Gouvernements
Entstehung
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Bemerkungen zu Abschnitt VII.

Südgebiet.

Das ganze, westlich der Einfahrten in die Kiautschou-Bucht gelegene Deutsche Gebiet wird von den Eingeborenen mit dem NamenHaisi, bezw. nach dem in ihr belegenen grössten OrteChüedjiadau bezeichnet.

In demselben liegen 28 Dörfer, deren Namen mit Hülfe des Dolmetschers festgestellt und auf dem bei­gefügten Kroki nach der Sprachweise der Bevölkerung niedergeschrieben sind.

Nach Westen wird das Gebiet im wesentlichen durch einen ehemaligen, jetzt trocken liegenden Kanal, welcher die Arkona See mit der Kiautschou-Bucht verband, begrenzt.

Die ärmliche Bevölkerung zeigt fast durchweg ein scheues, zurückhaltendes Wesen. Die für die statistischen Aufnahmen erforderlichen Auskünfte der betreffenden Dorfbewohner erscheinen zum grossen Teil unsicher und unvollständig. Es sind aus diesem Grunde, soweit angängig, die früher eingezogenen Steuerlisten benutzt worden.

Das Land ist ausschliesslich der Bergzüge, welche teilweise mit verkümmertem Nadelholz bewachsen sind und sowohl grössere Felsblöcke als viel Geröll aufweisen, und ausschliesslich der z. Zt. ausgetrockneten Wasserläufe gut bebaut. Der Boden ist indess mager, und sind die Erträgnisse dementsprechend geringe. Es werden jetzt süsse Kartoffeln und hauptsächlich Erdnüsse geerntet, welch letztere in den drei im deutschen Gebiet gelegenen Oelmühlen zur Verarbeitung gelangen.

Die Berge sind durchweg reich an verschiedenartigen Gesteinen. Am meisten sind Granit und Porphyr- zum Teil in stark verwittertem Zustande, vertreten. Grössere Mengen Quarz lagern auf der sich nach Süden in das Meer erstreckenden Halbinsel.

Von allen Bergen führen fast von den Spitzen ab nach den Thälern Schluchten,welche mit ihren scharf, kantigen, steilen Rändern teilweise sogar für Infanterie-Patrouillen schwer überschreitbar sind. Eine Darstellung der Schluchten auf dem beigefügten Kroki ist unterblieben, da dasselbe hierdurch an Klarheit verlieren würde. Die Bergstriche deuten nur die Formationen an, ohne Wiedergabe der Kuppen und Kegel.

Die Wasserläufe sind z. Zt. fast sämmtlich ausgetrocknet. Nur an wenigen Stellen befinden sich Wasserlöcher, welche die Eingeborenen zum Wasserschöpfen benutzen. In der Regenzeit sollen sie nach den eingezogenen Erkun­digungen bei einer Tiefe von etwa I Fuss gefüllt sein. In den oberen Läufen führen sie dann viel Geröll, in den mittleren und unteren Triebsand mit.

Ueberall in den Wasserläufen findet man bei 0,50 m Tiefe trübes Wasser, hierunter eine gelblichgraue, stark mit Sand durchsetzte Thonschicht, unter welcher sich wieder als Trinkwasser geeignetes Wasser befindet.

Ausser der Zwergkiefer findet sich eine andere Baumart kaum vor. Dieselbe erreicht etwa Manneshöhe; nur an wenigen Stellen, wo sie nicht auf dem steinigen Boden der Berge und Bergabhänge wächst, erreicht sie auch die doppelte Flöhe. Schonungen in geringer Ausdehnung sind vorhanden. Den Forstschutz sollen von den Ortschaften angestellte Chinesen ausüben.

Als Brennmaterial wird grösstenteils getrocknetes Gras, in geringerem Maasse Knüppelholz verwandt. Letzteres soll vielfach hierher in Dschunken für die Ziegeleien ausgeführt werden.

Die Wege befinden sich in einem mangelhaften Zustande. Dieselben sind überall nur Fusswege; sie fallen zum Teil mit den Wasserläufen zusammen, und ist ihre schlechte Beschaffenheit auch hierauf zurückzuführen; Brücken sind nirgends vorhanden. Die die Wege durchschneidenden Schluchten machen sie teilweise selbst für einrädrige Karren schwer passierbar. Die Beförderung von Lasten erfolgt daher fast nur auf Eseln.

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