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Geschichtliche und kulturelle Entwicklung unserer Schutzgebiete / von J[ohann] K[arl] Vietor
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IV

PRAKTISCHE KOLONIALPOLITIK

E s erübrigt nun noch, den Fragen näher zu treten, wie man am besten Kolonialpolitik treibt, d. h. auf welche Weise aus der Verwaltung der Gebiete den herrschenden Völkern der größte Vorteil, den Eingeborenen der beste Nutzen erwächst.

Die wichtigste aller Fragen ist natürlich die Frage nach dem Verhältnis der Menschen untereinander, die sogenannte Rassenfrage.

Ein Unterschied der Rassen, der Lebensanschau­ung und der Erziehung ist vorhanden und ist bei uns auch juristisch festgelegt, indem die Eingebore­nen unserer Kolonien nicht deutsche Bürger, son­dern Untertanen des Deutschen Reiches sind, die nur in einzelnen Fällen zu Bürgern gemacht werden können. Man kann diesen Unterschied auch nicht leugnen und sich auch nicht ungestraft über ihn hin­wegsetzen. Eine Ehe z. B. zwischen einem Weißen und einer Schwarzen wird wohl in allen Fällen aller Voraussetzungen für ein glückliches, befriedigendes Familienleben entbehren, und man wird ruhig sagen können, daß der Weiße vollständig minderwertig ist, und sein eigenes Lebensglück untergräbt, wenn er eine Schwarze heiratet, und umgekehrt erst recht.

Dagegen erinnert die im letzten Jahr mit so viel Pathos und Energie ins Werk gesetzte Agitation gegen die Mischehen so etwas an den berühmten Kampf gegen die Windmühlen. In Samoa herrschten himmelschreiende Verhältnisse, und ein Deutscher,

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