VON 1890 BIS ZUR GEGENWART
N ach dieser Abschweifung kehren wir zur deutschen Kolonialgeschichte zurück. Wir waren dort stehen geblieben, wo die allgemeine Kolonialmüdigkeit in Deutschland eingesetzt hatte, wo die Schutzgebiete viel Geld beanspruchten, ohne etwas einzubringen, wo die jungen Privatunternehmungen, oft so falsch angefangen, große Verluste zeitigten, und was das Schlimmste war, auch unsere Regierung den Mut verloren hatte.
Diese Zeitläufte durchschaute am besten der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Scharlach, der etwa im 50. Lebensjahre stehend, durch seine Praxis als gesuchter und berühmter Verteidiger und als Autorität in Handelssachen zu den leitenden Finanzmännern des In- und Auslandes die besten Beziehungen unterhielt. Er hatte klar erkannt, daß bei der großen Kolonialmüdigkeit mit kleinen Summen von der Regierung große Vorrechte zu erhalten seien, und er hatte von den Kongogesellschaften gelernt, daß es wohl eine Manier gäbe, diese erworbenen Vorrechte auch sofort in baren Gewinn umzusetzen. Seine Kolonialanschauung in einem eigenen Buch „Koloniale und politische Aufsätze und Reden“ vertreten, war kurz die: Die Regierung selbst kann keine wirtschaftlichen Unternehmungen machen. Sie muß den einzelnen Großkapitalisten Monopole, Landbesitz oder andere Vorteile bieten, um sie zu veranlassen,