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Geschichtliche und kulturelle Entwicklung unserer Schutzgebiete / von J[ohann] K[arl] Vietor
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VORGESCHICHTE UND ERWERBUNG

D as Jahr 1884 hat eine für Deutschlands Entwicke­lung heute noch gar nicht zu übersehende Bedeu­tung gewonnen. In schneller Reihenfolge wurden Süd­westafrika, Kamerun, Togo und Ostafrika in Afrika, Neuguinea in der Südsee unter deutschen Schutz ge­stellt. Damit trat Deutschland in die Reihe der euro­päischen Kolonialstaaten ein und nahm sofort nach England und Frankreich die dritte Stelle unter ihnen ein.

Der gesamte Kolonialbesitz Deutschlands - die kleineren späteren Erwerbungen der Karolinen, Ma­riannen, Marshall- und Samoa-Inseln eingeschlossen betrug 2658449 qkm mit etwa 13 Millionen Ein­geborenen, jetzt nach dem Marokko-Abkommen 2907400 qkm gegen 20 299254 qkm mit 347 Milli­onen Einwohnern Englands und 6162408 qkm mit 46 Millionen Einwohnern Frankreichs.

Der Handel Deutschlands mit seinen Kolonien betrug im Jahre 1911 240 Millionen Mk., derjenige Englands 18 Milliarden, der Frankreichs 1 Milliarde 70 Millionen Mark.

Das Auffallendste bei diesen Erwerbungen ist jedenfalls, daß das als so ländergierig verschrieene England Deutschland nicht energischer hinderte, diese Gebiete in Besitz zu nehmen, und man muß die englische Kolonialgeschichte kennen, um dieses erklären zu können. Die englische Regierung als

1 Vietor, Entwickelung unserer Schutzgebiete.

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