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Die Bevölkerung Fidschis weist einen sehr schnellen Rückgang auf. Die Zahl der Eingeborenen betrug:
1881 : 111924 1891 : 105800 1901 : 94887 1911 : 87229
Eine 1893 zur Erforschung der Bevölkerungsabnahme eingesetzte Kommission erklärt die Tatsache damit, „dass die Eingeborenen ihre Kinder vernachlässigen, sich sanitären Massregeln gegenüber ablehnend verhalten, keine Vorrichtungen gegen Verbreitung von ansteckenden Krankheiten treffen wollen und dass die Frauen die Neigung haben, den Kindersegen einzuschränken“. 1 )
B. Die fremden Arbeitskräfte.
Die Tatsache, dass vielerorts die eingeborene Bevölkerung zu dünn ist, um die erforderlichen Arbeitskräfte zu stellen, dass es manchmal an der körperlichen oder intellektuellen Fähigkeit zur Verrichtung der gewünschten Arbeit mangelt, oder dass die Leute aus Trägheit, wie in Samoa, überhaupt nicht arbeiten wollen, hat manche Kolonien vor die Notwendigkeit gestellt, fremde Arbeiter einzuführen. in den Tropen scheidet der Weisse als Arbeiter von vornherein aus; in der feuchten tropischen Hitze ist er zu dauernder körperlicher Arbeit unfähig; er kann höchstens, und auch dann nur mit Unterbrechung, als Leiter • und Aufseher fungieren. Man ist also hier ohne weiteres auf farbige Arbeitskräfte angewiesen.
Auf erhebliche Bedenken, welche der Einführung fremder farbiger Arbeiter im allgemeinen entgegenstehen, haben insbesondere französische Gelehrte und Praktiker:
Leroy Beaulieu, 2 ) Duval 3 ) und Girault 4 ) aufmerksam gemacht:
In moralischer Hinsicht: die Eingeführten entstammen der Hefe ihres Heimatlandes, bringen ihre Laster mit in die Kolonie und weisen einen hohen Prozentsatz von Verbrechern auf. Sie sind auch immer ein Keim zu Unruhen. Sie vermischen sich nicht mit den Einheimischen,
') Karl Fricko, Die Arbeiterfrage in Fidschi, Die Grenzboten,
72. Jahrgang Nr. 41 v. 3. Dez. 1913, S. 447.
2 ) De ia colonisation Band I, S. 230, II, S. B98 ff.
3 ) Les colonies et la politique coloniale de la France p. 169.
4 ) Principes de la colonisation et de la legislation coloniale 1907,
Band II, S. 464 ff.