* ^jjwtggi^*^s<CTppy# ■#jv!3*‘ W^f- fffe? - ft-' 5
- - 80 —
33. (4.) Falealupo
bestellt aus den Dorfteilen Avatä, Vaitupua, Malaetele, Fuiono und Faleulu, welche in unter- brocliener Reihenfolge sich zu beiden Seiten des Nordwestkapes von Savai'i lagern auf einer Strecke von nahezu 3 km. Noch auf der Nordseite, auf felsigem Grunde liegt Faleulu, dessen östliches Ende ungefähr 1 km vom Kap entfernt ist, auf dem das zweistöckige Haus der katholischen Mission liegt. Hier lebt ein Pater. Auf der Nordseite ist nur wenig Korallenriff vorhanden, wie denn am Strande bis zum Kap hin auch allenthalben Lavafelsen, freilich sehr niedrig, anstehen. Jenseits von Faleulu, ostwärts, beginnt aber alsbald die Steilküste. Sieben Minuten vom östlichen Ende von Faleulu ist der Weg aufgebaut und mit Korallenplatten belegt. Nach weiteren drei Minuten sieht man ein obeliskenartiges Grabmal (des Solia) auf den Küstenfelsen stehen, die hier nur wenig und niedere Vegetation tragen. Auch weiterhin wandelt man ostwärts stets durch niederen Wald, bis man nach 20 Minuten (V 2 Stunde von Faleulu aus) in eine nur wenig tief ausgerundete Bucht mit Sandstrand kommt, dem sich ein Strandriff vorlegt. Zahlreiche Kokospalmen gemahnen daran, dass hier dereinst ein Dorf war, Fagalele, ein Zufluchtsort für Bootsreisende, die schlechtes Wetter antrafen. Hatten sie das schroffe östliche Kap, Puava genannt, gerundet, so kamen sie in ruhigeres Wasser und waren gerettet. Daher der Ausspruch: e mapu mai Fagalele (in Fagalele rasten). Aber den Reisenden winkte hier an Land neues Unheil, wenn sie sich nicht ruhig und artig betrugen, denn der aitu Moso wachte über dem Ort und schlug alle tot, die seinen Grimm erregten (Stuebel p. 146).
Von Fagalele ostwärts steigt der Weg langsam bis 100 m an und trägt an zahlreichen Stellen Korallenplatten bis zu Vs m Durchmesser, welche dereinst von den Samoanern hiehergebracht wurden, um das Gehen zu erleichtern V Hier lag nämlich, von herrlichem Hochwald umgeben, das Inlanddorf Safe'e 2 , welches von Loaloa organisiert wurde, dessen Bruder, Tupa'iloa, der Gründer von Falealupo ist (siehe b. 1). Nach 174 Stündigem Marsche erreicht man von Fagalele aus den Sataua zugehörigen Dorfsprengel Papa, welcher also im ganzen zwei Wegstunden vom Westkap entfernt ist.
Während ostwärts von Falealupo das Land felsig und schroff ist, dehnt sich südwärts vom Kap eine weite grosse Sandstrandebene aus, rückwärts durch eine grosse Brackwasserlagune, seewärts durch ein langes Strandriff begrenzt. Auf dieser Ebene liegen die übrigen Dorfteile von Falealupo, und südlich, in 3—3Vs km Entfernung, die grosse Dorfschaft Tufutafo'e; der Zwischenraum ist durch Kokospalmenpflanzungen ausgefüllt. Hier, mitten zwischen den beiden Dorfschaften, liegt eine kleine niedrige felsige Landspitze, an deren Ende das bekannte Fafä, der Eingang der Seelen der Verstorbenen zur Unterwelt ist. Über diese Unterwelt, den Pulotu, herrschte Savea Si'uleo, der grosse Geisterkönig, welcher mit Tilafaigä, der Schwester der Taemä, die Kriegsgöttin Nafanua zeugte, welche Falealupo von den Unterdrückern befreite und zu seiner Bedeutung erhob (siehe c. 1). Über den Pulotu habe ich schon in der Abt. II. b. 1 gesprochen und dort auf Stuebel p. 63, 144, 150—156 verwiesen, sowie auf Turner p. 257 und Stair p. 217. In Falealupo spielt auch die Geschichte von Tapuitea, dem Abendstern, und ihren Söhnen Toiva und Tasi, deren Stammbaum bei b. 10 zu ersehen ist, während die ausführlichere Geschichte bei Stuebel p. 62 und Turner p. 260 sich befindet. Toiva heisst heute einer der Berge bei Falealupo, Tasi heisst ein Stein. Auch sonst ist die Gegend hier sehr reich an sagenhaften Steinen, wie z. B. hinter Malaetele an der Brackwasserlagune ein grosser Stein liegt, afolau o Tautunu, „das Bootshaus des Tautunu“ genannt, dessen Geschichte mit den gafa o tatau (c. 11) Zusammenhängen soll, ferner die Steinfurche am Strande von Faleulu, die dadurch entstand, dass hier Pulele'i'ite ic. 2) seine Schildkröte ans Land zog, und welche deshalb Tosogai'a genannt wird. Erwähnt sei nur noch die von Turner p. 257 erwähnte Geschichte der Entstehung des Namens Falealupo. Ein Paar aus Tonga soll hier gelebt haben. Der Sohn der beiden war lahm; er konnte nur auf einem Felsen sitzen und lupo-Fische fangen, welche er in ein von seinen Eltern für den Zweck gebautes Haus warf, das Saolevao, der aitu, fale a lupo nannte.
Tulouga le falefä a le tapua'ina
Gegrüsst das Haus der vier der Glückerflehenden
das Haus der vier bezieht sich auf den Tonumaipe'a-Titel (siehe b. 7); tapua'i heisst „nicht in den Kampf gehen und Glück erflehen“ und bezieht sich auf Nafanua, die die erbetene Hilfe gewährt. Vergl. auch Tutuila, wo Taemä
- im selben Sinne wirkt. Siehe auch
Lufilufi in Atua, Siliuta u. s. w.
1 Siehe meine Arbeit bei II ein ecke No. 4.
2 Siehe Tupaisafe'e (c. 4) und Tupa'i Taubenfang treibend in Safe'e (IV. A. c. 2). So heisst auch ein Dorfteil von Safotu.