Teil eines Werkes 
Bd. 1 (1902) Verfassung, Stammbäume und Überlieferungen
Entstehung
Seite
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Abteilung III.

Savai'i.

Savai'i ist die grösste und westlichste der Samoa-Inseln, dessen Westkap Falealupo 13°31's. Br. und 172° 48' w. L. liegt. Ihr Flächeninhalt wird von Langhaus (Karte bei Perthes) auf 1691 qkm und ihre Einwohnerzahl auf 13000 angegeben, letztere Zahl wohl etwas zu niedrig, da hier 36 Dorf­gemeinden sind, von denen z. B. Falealupo und Satupaitea ungefähr 700 Einwohner zählen. Im ganzen ist die Insel ziemlich schroff, und es ist sehr viel Steilküste (pupü), namentlich an der West­küste, vorhanden, die ja deshalb auch itu fogalele,die steile Seite, genannt wird. Während sonst die meisten Dörfer da angetroffen werden, wo das niedrigere Land oder eine Bucht die Anlage eines wenn auch kleinen Strandriffes ermöglicht, wie z. B. Salailua, Gaga'emalae, Sataua, Papa u. s. w., liegen auf der eigentlichen itu fogalele, politisch richtiger der Salega-Distrikt genannt, die Dörfer alle mehr in der Höhe und vom Meere entfernt. Keines der Dörfer dieses Distrikts, zwischen Gaga'emalae und Falelima gelegen, hat ein Riff oder einen Sandstrand, und das Dorf Fogafau, zu Sarnata ge­hörig, liegt zwar an einer runden kleinen Bucht, aber 100 m hoch über dieser auf steiler Höhe, von der man senkrecht unter sich die grossen Seen an den Felsen sich brechen sieht. Auch die Südseite, von Satupaitea westwärts, ist ohne Riffe, von einem sehr kleinen bei Papa abgesehen, während Täga zwar an einer Bucht liegt, aber diese ohne freiliegende Riffe ist, so dass die Boote hier durch die Brandung gebracht werden müssen, aber doch wenigstens landen können. Eine ähnliche schroffe Gegend, die bewohnt ist, ist dann der Kordosten. Hier zeichnet die Admiralitätskarte viel zu viel Riff ein. Wenn man nämlich das Nordostkap, das ein ziemlich rechtwinklig verlaufender Sandstrand ist, kaum 2 m breit, da eine Brackwasserlagune hier rückständig sich in der Sandstrandebene durch Sandanschwem­mung gebildet hat, umschreitet, so sieht man das ungefähr 200 m breite Strandriff mit umbiegen und einige hundert Schritte südlich vom Kap zusammen mit dem Sandstrand verschwinden. Hier steht schon die Lavamauer einige Meter hoch, schroff, dem Passat zugekehrt, der hier oft direkt aus Osten kommend gewaltige Seen anwälzt, die die Felsen unterhöhlen, bis sie Inlands durchbrechen, ebenso als wenn man in einen Sack stossweise Wasser pumpt, bis am Boden ein Loch durchbricht. Durch diese Löcher wird die in der Höhle befindliche Luft gepresst, die, Wasserteilchen mit sich reissend, herrliche, 10 - 20 m hohe Fontänen erzeugt, die berühmten Spritzlöcher, die suisui der pupü. Auch am Südostkap von Savai'i sind diese vorhanden; besonders schön sind sie aber bei dem Dorfe Täga im Südwesten zu sehen, wo man glaubt, auf einem grossen Geiserfelde zu stehen. An der Nordostküste nun liegt an der Grenze des eben genannten Sandstrandes ein Dorfsprengel der grossen Dorfschaft Lealatele mit Namen To'apaepae, dann beginnt dergrosse Weg (le ala tele) inlands. Die Dorf­sprengel Malaeola, Samalaeulu, Patamea durchlaufend, gelangt man nach zwei Stunden bei Sataputü wieder zur immer noch rifflosen Felsenküste, und von hier aus führt der Weg 3 V 2 Stunden lang durch einen dichten Wald, oft über felsigen Grund. Stets das Donnern der Seen vernehmend, gelangt man dann in ein Dorf Namens Puapua, der erste Dorfteil der grossen Dorfschaft Amoa; ein grosses Strandriff, in dessen Lagune hohe vereinzelte Mangrovebäume stehen, hat sich dem Strande vorgelagert, und dieses verschwindet nun auch nicht wieder; den ganzen hier liegenden Fa'asaleleaga-Distrikt beschützt es und verschafft diesem seine grosse Bevölkerung und Bedeutung. Trotz dieses Riffes, des grössten