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Bd. 1 (1902) Verfassung, Stammbäume und Überlieferungen
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gelegen. Unmittelbar östlich von Papa bildet die Küste eine stumpfwinkelige Ausbuchtung, die in der Karte nicht vermerkt ist. Westlich, am Beginn des Weges nach Pulei'a, liegt eine kleine Grotte mit einer Quelle mit Kamen Vaisuli, von dem auch die Mädchen von letzterem Orte ihr Trinkwasser holen, da das Flusswasser des Pulei'a nicht getrunken wird.

Der Karne Papa kommt wohl von dem steinigen Orte, auf dem es gelegen ist; denn papa heisst Fels.

Tulouga 11 a Saluitoga tulouga le aiga Sataimatua ma lau fetalaiga a Mauisii alio mai Silofau

ma F a u m u i n ä

susü mai le Ulupoao

Gegriisst Saluitoga gegriisst die Familie Sataimatua und deine Rede Mauisii in Ehrfurcht begriisst Silofau

und Faumuinä

in Ehrerbietung willkommen der Ulupoao

bezieht sich auf das faleupolu von Papa.

Sprecherhäuptling.

der Tiumalu malilomaiava heiratete eine Tochter des Silofau, geboren der L. Nailevaiiliill.

der Tuiaana Faumuinä heiratete T a 1 a 1 e 0 m a 1 i e, die Enkelin des T a u i 1 i i 1 i i Papa in Ct a t a i v a i lb. 2. gen 23).

Titel der Saluitoga-Gemeinde.

22. (6.) Taga.

Wenn man Satupaitea oder Palauli verlässt, um nach dem Westen zu gehen, gelangt man auf einem mit der Küste parallel laufenden Inland-Landwege nach einer halben Stunde an den rechts allführenden Weg nach dem Inlanddorf Uliamoa (siehe Satupaitea), nach weiteren 40 Minuten an den links nach Papa führenden Weg, und nach einer weiteren halben Stunde nach dem am westlichen Ufer des Pulei'a-Flusses gelegenen Sili. Von liier führt ein breiter, zum Teil aufgebauter, oft parkartiger Fussweg durch herrlichen Hochwald in drei Stunden bequem nach dem an der Steilküste gelegenen, nur aus fünf Häusern bestehenden Sprengel Kuii (früher Si'ufaga), welcher zu Täga gehört und von dem es nur noch IV 4 Stunden entfernt ist. Der Weg ist aber lange nicht mehr so schön wie zuvor, wenn er auch zumeist unmittelbar an der steil abstürzenden pupü längs führt, welche hier, der Siidost- passatsee preisgegeben, so zerfressen und zernagt ist, dass die schwarzen Basaltfelsen oft wunderliche Formen annehmen. Der grössere Teil des Weges wird hier von dem südlichen eingenommen, das dem nördlichen bei Aopo in allem sehr ähnlich ist, nur dass man hier unmittelbar an der Küste marschiert und der mangelnden Vegetation halber prächtige Ausblicke auf diese selbst, wie auf Apolima, Manono und Upolu hat. Kur von niedrigem Gesträuch (Calophyllmn, Morinda, Scaevola, Wedelia etc.) bestanden, ist der Weg liier auch recht mühsam. Eine halbe Stunde vor Täga ist auf hohem Felsen der Kampfplatz Vaoto, wo vor nicht langer Zeit Tamasese gegen Malietoa focht. Eine Viertelstunde vor Täga ist der trockene Flusslauf Vaoto.

Täga selbst liegt malerisch an einer kleinen schrotten Bucht ohne Riff. Die Boote müssen durch die Brandung gebracht werden. Allenthalben ist steiniger Boden vorhanden, aber doch wachsen liier zahlreich Kokospalmen. Wenige Schritte inlands, direkt hinter den Häusern, liegt eine Art Brack­wasserlagune, die alter sehr ausgesiisst ist, indem der Hintergrund des ganzen, wohl 100 m langen Sees von einer senkrechten, an 10 m hohen Felswand gebildet, wird, in welcher die Grotte Malufau liegt, angeblich nach einem Manne so benannt, welcher in dieselbe hineinkroch und drinnen bei stei­gendem Wasser umkam. Denn das Bassin kommuniziert unterirdisch mit dem Meere. Die Felswand setzt sich übrigens meerwärts fort und scheidet so Täga in einen höheren und niederen Teil, alles auf kleinem Raume. Wenn man das Plateau bestiegen hat, sieht man alsbald unter sich eine grosse Strand­höhle, Solo genannt, und meerwärts, im Westen, nahezu 1 km entfernt (denn so weit springt der westliche Teil der Bucht vor, während der östliche nur wenig ausgedehnt ist), die grossen Geiser, die Spritzlöcher (suisui) der Steilküste, welche ich in Petermanns Geogr. Mitteil. 1900 näher beschrieben habe. Hier schliesst sich auch eine Geschichte an diese Löcher. Es heisst nämlich, dass ein Ehepaar in Lealatele Kamens Suisui und Maumaulega lebte. Als die Frau die Spritzlöcher von Täga sah, kam sie und stopfte dieselben mit Steinen zu. Als aber nun eine grosse See kam, wuirden die Steine in die Lüfte geschleudert und die Übelthäterin kam dabei um. Wenn man auf diesem Kap von Täga steht und ostwärts blickt, kann man das Siidwestkap von Savai'i noch nicht sehen, und die Samoauer sagen, dass es noch sehr weit dorthin sei, und so glaube ich, dass das allenthalben auf den Karten falsch eingetragene Täga halbwegs zwischen Kirn und diesem Siidwestkap liegt.