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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Sao Thome.

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geben, ihre früheren Pläne einer Bahn von Port Amelia oder der Pembabucht zum Njassasee wieder aufzunehmen. Die Gesellschaft besitzt eine Konzession vom 30. Juli 1893 auf 99 Jahre für eine solche Bahn und hat die Verpflichtung, sie in bestimmter Frist herzustellen. Sie hat im Juli 1912 mit der Londoner Baugesellschaft Pauling & Co. einen Vertrag zur Ausführung der Vorarbeiten abgeschlossen, die im Jahre 1913 beendet sein sollten.

Die Bahn sollte von dem angeblich sehr guten Hafen Port Amelia ausgehen, die Flußbecken des M'Salu und des Lugenda, eines Neben­flusses des Grenzflusses Rovuma, durchschneiden und mit etwa 838 km Gesamtlänge am See in Mtengula, dem Sitz der Bezirksverwaltung mit guter Bucht, die schon jetzt den Seedampfern als Ankerplatz dient, endigen; sie besteht aus den drei Abschnitten Port Amelia Medo, 202 km, MedoMtaria, 317 km, und MtariaNjassaseee, 319 km. Die Linie würde ungefähr 200 km südlich der Grenze von Deutsch-Ost­afrika verlaufen. Für den Hafen Port Amelia würde der erforderliche Ausbau die Aufwendung erheblicher Mittel erheischen, zumal der Ort durch einen Zyklon am 15. April 1914 schwer heimgesucht wurde. Bis zum Lugendafluß, der zu überbrücken ist, würde die Bahn-Trasse der Fahrstraße folgen und in diesem Teil, rd. 400 km, leicht ausführbar sein. Dagegen würde die Überschreitung des Ajana-Gebirges im westlichen Teil und der steile Abfall zum See Schwierigkeiten verursachen. Von der Bahn verspricht man sich einen erheblichen Einfluß auf die Ent­wicklung und den Handel von Nord-Rhodesien und Britisch-Njassaland. Das Kapital für diesen Bahnbau scheint noch nicht aufgebracht zu sein, so daß die Verwirklichung zweifelhaft erscheint. Daneben machen sich noch Bestrebungen geltend, den Ausgangspunkt der Bahn weiter südlich, etwa in Höhe der Insel Mosambik oder in der Mocambobucht bei Fernäo Velloso oder bei dem Orte Lumbo an der Ostküste zu wählen.

3. Sao Thome.

Die Bahnen der nahe dem Äquator, südwestlich von Kamerun ge­legenen portugiesischen Insel Sao Thome sind Kleinbahnen. Durch königliche Verordnung vom 20. März 1906 wurde der Bau einer 40 km langen Staatsbahn vom Hafen Anna de Chaves nach San Sebastian genehmigt. 14 km dieser Linie, in 75 cm-Spur, endigend in der malerisch gelegenen Stadt Trinidad, waren 1913 vollendet; eine weitere Staats- bahnstreckc von Cruzeira nach Abbade, 7 km, wurde im Juli 1913 er­öffnet, so daß im ganzen jetzt 21 km Bahn im Betriebe stehen. Die zahlreichen Pflanzungen haben fast alle ihr eigenes schmalspuriges Bahnnetz, einzelne bis zu 150 km Betriebslänge.

Der jetzige Gouverneur, Botto Machado, hat sich die Entwick­lung und Erschließung des Inselgebiets in tatkräftigster Weise zur Aufgabe gestellt und sucht sie durch Straßenbauten, Errichtung von Krankenhäusern. Bau von Wasserleitungen, nachdrückliche Be­kämpfung der Malariagefahr durch Zuschüttung von Sümpfen u. dgl. zu lösen; er plant auch Neubauten von Eisenbahnen, so insbeson-