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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
Entstehung
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Abschnitt III.

Die nicht deutschen Kolonialbahnen in Afrika.

Einleitung.

Afrika, das Land der großen Entfernungen, sollte vom Eisenbahnbau besonders begünstigt sein; seine Erschließung durch Eisenbahnen hat aber spater eingesetzt, als die der übrigen Erdteile. Eine 30 Jahre alte Landkarte des dunkeln Erdteils zeigt uns noch sehr wenig Eisenbahnen, aber um so mehr ,,weiße Flächen un­bekannten, unerforschten Landes. Der in den letzten Jahrzehnten lebhaft begonnene Eisenbahnbau hat inzwischen nicht wenig dazu beigetragen, daß der Umfang dieser ,.weißen Flachen immer mehr eingeschränkt werden konnte.

Ende 1887 belief sich der Bestand an Eisenbahnen in Afrika auf 8002 km; 10 Jahre später hat er sich mit 15948 km bereits nahezu verdoppelt. Mit dem Jahre 1907 sehen wir, wie Afrika mit seinem Eisenbahnbesitz das bis dahin überragende Australien überflügelt 29 489 gegen 28 592 km und Ende 1910 erreicht es mit 36 850 km ungefähr den Umfang des preußischen Staats­eisenbahnnetzes vom Jahre 1909. Am Schlüsse des Jahres 1911 betrug der Eisenbahnbestand 40051km, Ende 1912: 42707 km; er hat sich seitdem noch beträchtlich gesteigert; an der Steigerung sind besonders die britischen, französischen und deutschen Schutz­gebiete und die belgische Kongokolonie beteiligt.

Wie ungeheuer aber Afrika in der Dichtigkeit seines Eisenbahn­netzes z. B. noch gegen Europa zurücksteht, erkennt man aus der Gegenüberstellung der Eisenbahnlängen bezogen auf 100 qkm

Landes: in Europa für das Jahr 1912 3,5, in Afrikaqkm

292071,00

= 0,146 km, das ist der 24. Teil. Man kann daran beurteilen, wieviel in Afrika in dieser Beziehung noch nachzuholen ist.

Beim Vergleiche von Deutschland und den deutschen Schutz­gebieten in Afrika ergibt sich: