Portugiesische Kolonien.
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der Balm auf Rechnung der Gesellschaft und führte die Verlängerung in der Richtung auf Tshela im Eigenbetriebe aus; auf der Streckenverlängerung gelangte ein niedrigerer Tarif zur Einführung, der gegen den hohen Gcscllschaftstarif der Strecke bis I.ukula gewaltig abstach. Dieser unhaltbare Zustand führte zur Verstaatlichung der Bahn. Da die Gesellschaft sich der von der Kolonie geforderten Tarifermäß’.- gung widersetzte, beschloß diese den Ankauf der Bahn. Der Kaufpreis soll 2,75 Mill. Fr. betragen oder in 84 Jahresbeträgen von je 90000 Fr. gezahlt werden (Vertrag vom 10. Juli 1913'.
3. Die Kleinbahn Buta -Bambili oder Bumba—Angu im Felcbezirk. Bambili liegt nordöstlich von Stanleyville am Flusse »'eie, Buta südwestlich von Bambili am Flusse Rubi, der von Nordosten her in den Kongo mündet. Durch die im ganzen etwa 220 km lange Bahn sollten die Flußgebiete des Uele und des Kongo verbunden werden. Die Güter würden, um auf den Kongo zu gelangen, auf die durch die Flüsse Rubi und Itimbiri gebildete Wasserverbindung angewiesen sein. Nach neueren Erkundungen sind aber diese Flüsse für den größeren und regelmäßigen Handelsverkehr kaum nutzbar zu machen.
Statt der Bahn Buta—Bambili wird daher eine etwas kostspieligere Bahnverbindung zwischen Bumba am Kongo und Angu am Uelefluß ins Auge gefaßt; die Verbindung des goldreichen Uele- gebietes mit dem Kongo durch eine leistungsfähige Verkehrsstraße wird für wichtig gehalten.
Literatur: Ministere des Colonies: ..Expose de la Guestion des Chemins de fer“. Documents (avec trois cartes'. Brüssel 1911 (sogenanntes Graubuch'. — Louis Goffin, Le chemin de fer du Congo. Brüssel 1907. bei Weißenbruch.
Die Portugiesischen Kolonien.
Portugiesische Kolonien mit Eisenbahnbesitz sind in Afrika Angola an der West- und Mosambik an der Ostküste. Der Flächeninhalt von Angola gleicht etwa dem von Deutschland und Österreich zusammengenommen, während Mosambik etwa so groß ist wie Deutschland und Italien zusammen. Beide Schutzgebiete leiden, wie fast alle portugiesischen Kolonien, trotz ihrer wertvollen Häfen, ausgedehnten Flußnetze, ihres guten, zu mannigfachen Kulturen geeigneten Bodens seit geraumer Zeit an einem wirtschaftlichen Niedergange, so daß der Ein- und Ausfuhrhandel in den letzten 10 Jahren schwankende, im ganzen eher rückgängige als fortschreitende Zahlen aufweist. Das südliche Angola vom Ozean bis an die rhodesische Grenze ist da*. Konzessionsgebiet der vorwiegend mit englischem und französischem Kapital arbeitenden Companhia de Mossamedcs. Dagegen herrschen im nördlichen Mosambik drei gleichfalls meist mit englischem und französischem Geld arbeitende Ausbeutungsgesellschaften, die Companhia do Xyassa, da Zambezia und de Mocambique, bei denen deutsches Kapital anscheinend nur in geringem Umfange vertreten ist.