Druckschrift 
Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
Entstehung
Seite
264
Einzelbild herunterladen
 

264

Die nicht deutschen Kolonialbahnen in Afrika.

betrug für 1910 937203 Doll. = rund 4254900 M, so daß sich da­nach die geradezu glänzende Verzinsung des Anlagekapitals von 4.25

gqj = 61,5 v. H. ergibt. Die steigende Bedeutung von Laurenzo-Markes als Ausfuhrhafen von Transvaalkohle erweisen folgende Ziffern: Ausfuhrkohle in t 1911: 128530; 1912: 366058; 1913: 436969.

3. Die Bahn von Laurenzo-Markes nach Swaziland.

(Caminho de Ferro da Suaziländia.)

Diese als portugiesische Staatsbahn auf Grund des Gesetzes vom 15 Juli 1903 in Kapspur hergestellte Bahn geht von Laurenzo-Markes in südwestlicher Richtung und endet an der Grenze von Swaziland, im ganzen 77 km. Sie ist seit 1909 im Betriebe auf 54 km bis zur Station Ramal do Umbeluzi; 23 km sind noch herzustcllcn. Die Baukosten haben bisher betragen 1845436 I)oll., oder 25992 Doll. f. d. km (=rd. 118000 M). Die Bahn soll in Swaziland später Anschluß in westlicher Richtung nach der Hauptstadt des Landes und nach der Station Ermelo erhalten und bezweckt unter anderem, für die in der Nähe der Bahn gelegenen Kohlengruben von Swaziland eine Verbindung mit dem Ausfuhrhafen Laurenzo-Markes herzustellen.

4. Die Bahn von Chai-Chai nach Manjacaze.

Als staatliche Kleinbahn mit 75 cm Spurweite gelangt nordöstlich Laurenzo-Markes im Bezirk Gazaland eine 52 km lange Bahn von Chai-Chai, nahe der Mündung des Limpopoflusses gelegen, nach Manjacaze zur Ausführung. Im Jahre 1910 stand sie mit 6 km im Betriebe; bis km 34 sollte im Oktober 1911 eröffnet werden. Die Schienen wiegen 15 kg/m. Das Gleismaterial und die Fahrzeuge werden aus Deutschland bezogen. Die Baukosten haben bis zum Jahre 1910 59821 Doll., f. d. km: 3738,8 Doll. = rd. 170000 M betragen.

5. Plan einer Bahn von Beira zum Njassasee.

Seit dem Jahre 1895 bestand der Plan, die sog. Schirc-IIochland- bahn, Port Ilerald Chiromo Blantyre (siehe S. 158), in Britisch- Njassaland. in dem auf beiden Seiten von Mosambik umklammerten, südlich des Njassasees gelegenen schmalen britischen Landgebiet durch eine Schienenverbindung in südlicher Richtung an das Stromgebiet des Sambesi und darüber hinaus an den Ausfuhrhafen Beira, und somit an die Küste des Indischen Ozean, anzuschließen. Ein derartiger Anschluß würde vorwiegend den britischen Interessen von Xjassaland dienen, aber auch denen der unter britischem Einfluß stehenden Com- panhia da Mozambique, deren umfangreiches Landgebiet südlich vom Sambesi dadurch erschlossen würde. Ende der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts hatte die portugiesische Regierung zwei 'Prassen für jene Bahn ausarbeiten lassen und in den Jahren 1905 und 1906 bildete sich ein belgisches Syndikat zur Ausführung des Baues. Die