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Die nicht deutschen Kolonialbahncn in Afrika.
Der Bau der Benguellabahn ist inzwischen, wie erwähnt, bis km 520 vollendet. Von da bis zur Kongogrenze (Dilolo) sind noch etwa 750 km zu bauen, so daß bis zur Fertigstellung der ganzen Verkehrsstraße zum Katanga noch eine Reihe von Jahren erforderlich ist. Neuerdings soll die Portugiesische Bahngesellschaft, deren Seele R. Williams zu sein scheint, Unterstützung durch deutsches Kapital gesucht haben. Der Bahnbau Kambove—Dilolo ist noch nicht begonnen.
Weitere Bahnpläne.
Die Erkenntnis, daß die vorstehend geschilderten Maßnahmen zur Erschließung des heiß umworbenen Katangabezirkes teils auf die Dauer wenig Erfolg versprechen, teils von den Fortschritten außerbelgischer Bahnbauten abhängen, hat in Belgien frühzeitig zur Aufnahme und Verfolgung weiterer Eisenbahnpläne geführt, die alle bezwecken, das Katangagebiet auf möglichst kurzem Wege, zum Teil unter Benutzung vorhandener oder Verbesserung unvollkommener Wasserstraßen, mit dem unteren Kongo oder dem Stanley-Pool in Verbindung zu bringen. Hierher gehören die Urua-Eisenbahn und die Eisenbahnen Bukama—Leopoldville und Kabalo — Lusambo.
Die Uruabahn.
Der Plan wurde früher lebhaft verfolgt, scheint jetzt aber in den Hintergrund getreten zu sein. Die Bahn bezweckt, den Ort Pueto an der Nordspitze des Moero-Sees über Kiambi mit Ankoro am linken Ufer des Lualaba und mit Pania-Mutombo am Sankuru, südöstlich Lusambo, zu verbinden - - etwa 850 km Bahn — und diese Verbindung durch Benutzung der Wasserstraßen des Sankuru bis Bena- Bendi— wo der Sankuru in den Kasai mündet — und des Kasai bis zur Mündung in den Kongo bei Kwamouth fortzusetzen. Für die gedachte Eisenbahnverbindung im Gebiet von Urua hatte der Oberingenieur Paulissen 1910 ein Konzessionsgesuch eingereicht, und dabei eine Zinsbürgschaft der Regierung von 4 v. H., ohne anderweite finanzielle Unterstützung verlangt. Durch diese Bahn würde mittels des schiffbaren Sankuru und von Bcna-Bendi ab des Untcrlaufcs des Kasai und des Kongo bis Leopoldville eine durchgehende Verbindung zwischen dem Moero-See und der Kongo-Mündung hergestellt werden.
Die untere Bahnstrecke, von Pania-Mutombo bis Ankoro, dem Hauptort von Urua am linken Ufer des Lualaba. der hier von Osten den Nebenfluß Luvua aufnimmt, mißt ungefähr 460 km und bietet keine erheblichen Schwierigkeiten. In Ankoro würden die großen Verkehrswege von Matadi nach Pueto, von West nach Ost, und von Elisabeth- ville nach Stanleyville, von Süd nach Nord, kreuzen; von liier bis zur Querbahn zum Tanganjika sind es nur etwa 90 km. Der Lualaba hat hier eine Breite von 300 m und umfließt unterhalb der Einmündung des Luvua die 15 km lange Insel Muanga, die mit Borassus bedeckt ist. Hier würde vermutlich ein Brückenbau ausführbar sein.