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I)ic nicht deutschen Kolonialbahnen in Afrika
wachsen ist. Dahinter folgt ein dritter schiffbarer Abschnitt von 100 km bis zur Höhe des Sees Kabele; von hier bis Bukama, zum Fußpunkt der Stromschnellen von Kalengwc, 120 km, nimmt die Strombreite von 300 auf 60m ab; hier bedarf es erheblicher Arbeiten, um eine das ganze Jahr hindurch schiffbare Wasserstraße zu gewinnen. Diese Arbeiten sollten so gefördert werden, daß, wenn die erste Lokomotive nach Kongolo vordringt, gleichzeitig die Verkehrsstraße bis nach Ka- lengwe, nahe bei den ersten Zinngruben, für den Dampferverkehr offen stehe. Damit ist nunmehr die große Kongostraße, der sog. „Transcongolais“, vollendet, und der Katangabezirk hat eine nach Norden gerichtete ausschließlich belgische Verkehrslinie nach dem Atlantischen Ozean erhalten, die eine unmittelbare Verschiffung von Katanga bis nach Antwerpen und Brüssel ermöglicht.
Die ganze 3442 km lange Verkehrsstraße besteht hiernach aus folgenden Abschnitten:
km , km
1. Matadi—Leopoldville. 400 —
2. Leopoldville—StanleyviIle .... — 1600
3. Stanleyville—Ponthierville .... 127
4. Ponthierville—Kindu. — 320
5. Kindu—Kongolo ([Juli).355
6. Kongolo—Knlengwe—Bukama . . — 040
Zusammen . . . 3442 km
Hieran schließt sich seewärts noch die Wasserstraße Banana— Matadi, 125 km lang, mit den Häfen Boma und Matadi.
Für die Benutzung dieser in einzelnen Teilen noch etwas unzuverlässigen Verkehrsstraße im Durchgangsverkehr bestellt allerdings ein schwerwiegendes Bedenken: abgesehen von der großen Länge des Transportweges würde von der Stelle, wo die Waren auf der zum Lualaba führenden Bahn verladen werden könnten, bis zum Meere ein nicht weniger als siebenmaliges Umladen zwischen Schiff und Eisenbahn erforderlich sein. Dies wurde nicht nur beträchtliche Fracht- lind Zeitverluste, sondern auch eine erhebliche Verteuerung der Beförderung zur Folge haben. Dieser Frachtweg wird daher selbst für die hochwertigen Boden- und Hüttenerzeugnisse des Katangabezirks im Massenverkehr auf die Dauer seinen Zweck nicht hinreichend erfüllen, und der ..Transcongolais“ wird die auf ihn gesetzten Hoffnungen enttäuschen-
Die Eisenbahnen zur Aufschließung des Katangabezirks.
1. Die Katanga-Bahn Sakania- Elisabethville - Bukama. Erschließung des Katangabezirks von Süden.
Der südöstliche Teil des belgischen Kongogebietes, der sog. Katangazipfel, steht im Rufe großen Reichtums an Erzvorkommen, darunter besonders Kupfer, Zinn, Hold, Platin und Eisen. Auf