Kambove—Dilolo.
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nicht benannte Waren gilt der Satz von 10 Cts. für das tkm nebst 5 v. II. des Werts der Ware in Europa.
Mittels der Lukuga- und der deutschen Tanganjikabahn erhalt der Katangabezirk eine nach Osten gerichtete Verbindung mit Daressalam und der Küste des Indischen Ozeans. Rechnet man den Weg Daressalam—Kigoma zu rund 1250 km, so wird bei einer Länge der Lukugabahn von 271 km und einem Abstande der beiden Bahnendpunkte am See von 150 km, die Gesamtlänge des Weges von der Ost- küstc bis zum Lualaba rund 1670 km betragen. Dazu kommt der Wasserweg auf dem Lualaba von Kabalo stromaufwärts bis Bukama, rund 600 km, und die Eisenbahnstrecke Bukama—Kambove, 335 km; das ergibt eine Gesamtentfernung Daressalam—Kambove, d. h. des Katangabczirks von dem deutschen Verschiffungshafen von 2605 km. Diese Verkehrsstraße wird allerdings erst mit Vollendung der Bahn Bukama-Kambovc fertiggestellt sein.
3. Erschließung des Katangabczirks von Westen durch die Bahn Kambove—Dilolo unddieanschließendeBenguellabahn.
Durch Vertrag vom 5. November 1906 verpflichtete der Kongostaat die Eisenbahn-Gesellschaft du Bas Congo au Katanga, den Katangabezirk durch eine Eisenbahn in Kapspur mit dem demnächsti- gen Endpunkt der Benguellabahn an der Grenze des belgischen Kongogebiets zu verbinden und diesen Endpunkt mit ihrer Bahn von Osten her gleichzeitig mit der portugiesischen Bahn zu erreichen. Für die in Portugiesisch-Westafrika, Angola, herzustellende, in der Lobito- bucht entspringende Benguellabahn (siehe Seite 254 von 1200 bis 1300 km Gesamtlänge hatte der Engländer R. Williams eine Konzession erhalten und den Bahnbau nach mancherlei Schwierigkeiten und Unterbrechungen im Oktober 1913 bis Chinguar, km 520, durchgeführt. Diese Balm stellt, wenn vollendet, eine noch etwas kürzere Verbindung des Katangabezirkes mit der Küste in Aussicht, als die nördliche Linie über den Transcongolais, als die südliche Linie nach Bcira und den kapländischen Häfen, und auch als der östliche Weg über die Lukugabahn, den Tanganjikasee und die gleichnamige deutsche Bahn. Um die Benguellabahn zur Erschließung des Katangabczirks nutzbar zu machen, bedurfte es zunächst noch auf belgischem Gebiete der Sicherstellung des Baues und Betriebes der Strecke Dilolo—Ruwc —Tshilongo (Kambove), rund 665 km Bahn, welche an die fertigzustellende Benguellabahn im Osten anschließen müßte. Dieser Zweck wurde durch den obengenannten Vertrag vom 5. November 1906 erreicht. Die fertige Verbindung Lobitobucht—Kambove wird etwa 1935 km lang sein und aus den beiden portugiesischen und kongolesischen Bahnstrecken bestehen; sie ist vermöge ihrer geographischen Lage gegen die anderen drei Erschließungswege des Katangabezirks wesentlich im Vorteil, zumal ihre Mündung an der Westküste nicht auf die mit hohen Abgaben belastete Benutzung des Suezkanals angewiesen ist.