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Die nicht deutschen Kolonialbahncn in Afrika.
15 Mill. Fr. einen unmittelbaren Zugang für die Seeschiffe zu dem Endpunkt der Bahn Abidjean, das an der großen Lagune Ebire liegt, zu schaffen; zu dem Zweck sollen bei Grand Bassam auf beiden Ufern des den Lagunenausfluß bildenden Stromes Comoe zwei große massive Leitdämme in 350 in Abstand, einander parallel bis ins tiefe Wasser hergestellt und in der Lagune ein für die Einfahrt von Seedampfern geeigneter Kanal bis nach Abidjean gegraben werden. Die Seeschiffe können dann später zwischen den Molen in die Lagune einfahren und mittels des Seekanals bis nach Abidjean gelangen, wo sie am Kai anlegen und ihre Güter unmittelbar auf die Eisenbahn Umschlägen würden. Eine endgültige Entscheidung über diesen wichtigen Plan scheint noch nicht getroffen zu sein.
5. Dahome.
Die Bahnen Kotonu—Paraku (Niger) und Porto Novo — Salccte. a> Kotonu — Paraku.
Das zwischen Deutsch-Togo und Britisch-Nigeria in schmaler, langgestreckter Form sich einschiebende Schutzgebiet Dahome wurde 1893 in Besitz genommen und erst nach mehreren Feldzügen völlig unterworfen. Der erste Gouverneur, Ballot, veranlaßte Vorarbeiten für eine Bahn von der Küste ins Innere, die bis zum Niger Vordringen sollte. Die Marseiller Kaufleute Mante & Borelli bewarben sich 1897 um eine Konzession zum Bau mit erheblichen Landgerechtsamen, aber die Kolonie beschloß, den Unterbau nebst den Kunstbauten selbst herzustellen, dagegen die Ausführung des Oberbaues und die Betriebsführung an Borelli zu vergeben (Juni 19001. Dieser gründete zu dem Zwecke die „Französische Gesellschaft der Eisenbahnen von Dahome“ mit einem Kapital von 8 Mill. Fr., mit der die Kolonie im Juni 1901 einen Konzessionsvertrag auf 75 Jahre abschloß; wegen seiner unhaltbaren, drückenden Bedingungen mußte er indes 1904 durch einen neuen Vertrag (vom 24. August 1904) ersetzt werden, durch den die Kolonie Bauherrin wurde. Der Bau sollte eine Bahn vom Hafen Kotonu zunächst nach Paraku mit je einer Abzweigung, nahe der Küste, von Uidah nach dem See Ahemc und weiter nördlich von Paraku nach Tschauru umfassen und die Gesellschaft den Bau als Unternehmerin ausführen.
Die Bauausführung begann 1901 und ist bis Save, km 262, vollendet, so daß dieser Abschnitt nebst der 36 km langen, westlich gerichteten Zweigbahn von Paku, einer Station der Stammbahn, nach Uida und Segborue am Ahemesee, jetzt im Betriebe steht.
Schienengewicht 22 kg/m, größte Steigung 1:62,5 = 16 v. T„ kleinster Bogenhalbmesscr 500 m.
Die Hauptbahn von Kotonu nach Paraku, deren Verlängerung um rund 250 km bis Molla am Niger gleichfalls beschlossen ist, nimmt bei Pahu nördliche Richtung an; ihre Kosten waren auf 28,6 Mill. Fr., das sind rund 52000 ^f/km, veranschlagt. Diese werden indes wesent-