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Die nicht deutschen Kolonialbahncn in Afrika.
das alle Teile von Französisch-Westafrika miteinander verknüpfen soll, vielleicht auch dereinst ein Teil der künftigen Transsaharabahn, die Algier mit dem französischen Sudan und den ägyptischen Sudan mit dem atlantischen Afrika in Verbindung setzen soll.
Neuerdings wird eine Abzweigung von Bamako in südlicher Richtung auf Buguni, 160 km, geplant, zum Anschluß an das von Westen her vordringende Bahnnetz von Guinea (vgl. unter 3>. Die Kosten der Zweigbahn sind mit 15 Mill. Fr. veranschlagt.
Ein Plan verdient noch Erwähnung, dessen Ausführung indes nicht so bald zu erwarten steht: eine Eisenbahn von etwa 245 km Länge vom Senegal nach Attar i20° nördl. Breite, I 2 V 2 0 vvestl. Länge;, deren Zweck es wäre, den Karawanenverkchr von Timbuktu über Shingit nach Algerien und Marokko, der mit Entfernungen von 2500 und 1600 km zu rechnen hat, nach der Westküste hinzuziehen.
3. Guinea.
Die Bahn Konakry--Kurussa.
ln dieser Kolonie, deren Besitzergreifung durch Frankreich in das Jahr 1827 zurückreicht, entstanden die ersten Eisenbahnpläne im Jahre 1887. Der Plan in dem benachbarten Sierra Leone für eine in Wettbewerb tretende Bahn von der britischen Guineaküste in das kautschuk- reichc Gebiet des oberen Niger gab den Anstoß zum nachdrücklicheren Betreiben der Vorarbeiten für eine Erschließungsbahn von der Küste in nordöstlicher Richtung zum Niger. Dieser entspringt nahe der Grenze von Französisch-Guinea und Sierra Leone bei Timbi-Kunda und wird erst bei Kardamania oder Bafara, etwa 30 km oberhalb Kurussa, schiffbar. Die Vorteile der Lage von Kurussa mit der Möglichkeit eines Anschlusses in östlicher Richtung auf Kankan entschieden für die Wahl dieses Ortes als Ziel der Bahn, und als ihr Ausgangspunkt an der Küste wurde Konakry wegen seines guten Hafens und seiner fieberfreien Lage angenommen. Von hier sollte die Bahn in nordöstlicher Richtung den Höhenzug Futa-Djallon überschreiten, die Handelsplätze Kindia (,149 km' und Timbo <378 km) erreichen und bei Kurussa am Niger mit 589 km Gesamtlänge endigen. Der Niger ist bis Timbuktu und stromabwärts darüber hinaus bis und in Britisch- Nigeria mit Unterbrechungen bis Lokoja, wo der Benue cinmündet, schiffbar; in Bamako erreicht die vorbeschriebene Bahn von Kayes (vgl. unter 2) den Strom.
Die Kolonie unternahm den Bau selbst durch ihre Ingenieuroffiziere und beschaffte die Mittel unter Verpfändung ihrer Zölle durch Anleihen zunächst bei der französischen Altersrentenkasse im Jahre 1899, und zwar 8 Mill. Fr. zu 4.10 v. H. Zinsen, 1901 zu gleichen Bedingungen 4 Mill. Fr. von der Caisse des Depots et consignations. Als das Generalgouvernement von Französisch-Westafrika 1903 seine erste vom Mutterlande gewährleistete Anleihe von 65 Mill. Fr. aufnahm, wurden von dieser Summe 17 Mill. Fr. und später von der