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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Die nicht deutschen Kolonialbahnen in Afrika.

Urwald ein, der bis Mangoassi reicht und wahrscheinlich wertvolle Holz* bestände enthält. Der Betrieb der Balm wird voraussichtlich vom Gouvernement geführt werden.

Als Pläne der Regierung zu neuen Bahnen sind folgende zu nennen: 1. Eine Bahn von dem Hafen Accra, das Schutzgebiet in westlicher Richtung durchschncidend und an die von Sekondi kom­mende Bahn bei Dunkwa anschließend, etwa 270 km lang. 2. Eine Bahn von Komfrodua oder Mangoassi, dem jetzigen Endpunkt der Stichbahn von Accra, in nordwestlicher Richtung über Tafo, Anginam, den Fuß der Kwahu-Hochebcne und Bompata auf Kumasi, etwa 320 km. Beide Linien sollen den Osten des Schutzgebiets in bessere Ver­bindung mit seiner Mitte bringen und insbesondere dem Kakaoanbau wertvolle Gebiete erschließen. Der Eisenbahnverkehr soll sich auf die beiden Häfen Sekondi und Accra stützen, und mit der Zeit sollen auch die Städte Cape Coast, Saltpond und Winnebah in bessere Ver­bindung mit dem Bahnnetz des Schutzgebiets gebracht werden.

Zur Vermehrung der Fahrzeuge beider Bahnen wurden für die Jahre 1913 und 1914 145890 £ angefordert.

3. Nigerien.

Nigerien, nach dem weitschauenden Plane von Sir Frcderik Lu- gard gebildet durch die Verschmelzung der früher getrennten Pro­vinzen Süd- und Nordnigerien, ist eine Kolonie mehr als fünfmal so groß wie England und Schottland, in der der Bahnbau nach dem Norden neuerdings, wesentlich infolge der besonderen Tatkraft der Kolonialverwaltung, außerordentlich rasche Fortschritte und große Er­folge in der wirtschaftlichen Erschließung des Landes aufzuweisen hat. Auch die Vereinigung der bisher getrennten Bahnen der beiden Provinzen in einer Hand ist der Entwicklung der Bahnen zweifellos sehr zustatten gekommen.

Zunächst wurde 1893 der Bau einer Eisenbahn von der Küste nach dem Hinterlande, insbesondere zur Verbindung von Lagos, dem Regierungssitz und wichtigsten Handelshafen für Nord- und Süd- nigerien, mit den Handelsplätzen Abeokuta und Ibadan, sowie weiter­hin mit dem schiffbaren mittleren Teil des Niger, beschlossen und von der Regierung in eigenem Betriebe unternommen; Ibadan ist der größte Ort von Siidnigerien mit rund 300000 Einwohnern, Mittelpunkt derPalm- kernindustrie. Für den Bau wurde eine Anleihe von 2 V 2 Mil! £ (=rund 51 Mill. J6) genehmigt. Die Strecke Lagos (Insel Iddo)OffaAbeo­kuta- -Ibadan, 203 km, wurde in der Zeit von März 1896 bis Ende 1900 in Kapspur hergestellt und ist seit 1902 im Betriebe. - Die Gesamt­kosten betrugen 21,7 Mill. Jt>, d. s. rund 106800 <W/kni.

In der Hafenstadt Lagos wurde eine Dampfstraßenbahn zur Verbindung der Stadt mit dem Hafen in einer Spurwetie von 2 V 2 Fuß engl. = 76 cm erbaut, und in Nordnigeria auf dem linken Ufer des Niger die 37 km lange Strecke SungeruBarijuko hergestellt, um die Stadt Sungeru mit dem Kaduna, einem Nebenflüsse des Niger,