Print 
Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
Place and Date of Creation
Page
102
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Die nicht deutschen Kolonialbahncn in Afrika.

.102

nähme der Schutzherrschaft von Marokko stellt Frankreich hier vor umfangreiche neue Aufgaben, bei denen cs sich insbesondere für den Bahnbau Tanger Fes mit dem befreundeten Spanien zu gemeinschaftlichem Vorgehen geeinigt hat. Auch in Französisch-Äquatorialafrika scheint der lange vergeblich er­strebte Eisenbahnbau nunmehr in Fluß zu kommen.

In Belgisch -Kongo, dem Gebiet des ehemaligen Kongo­staates, hat Belgien eine aus Stromstrecken und Umgehungsbahnen zusammengesetzte gewaltige Verkehrsstraße desTranscongolais von der Mündung des Kongo bis zum Oberlauf des Uualaba, 3567 km lang, hergestellt, ohne daß diese bisher alle auf sie ge­setzten Hoffnungen in der Erschließung des reichen Katanga­bezirkes erfüllt hatte. Die nach dem Osten gerichtete O u e r b a h n zur Erreichung des Tanganjikasees wurde im Kriege vollendet; mehrere wichtige Eisenbahnpläne zur erfolgreicheren Aufschließung des Katangabezirks befinden sich noch in der Schwebe.

Portugal scheint in seinen wertvollen west- und ostafri­kanischen Besitzungen mit den in den Spurweiten recht mannig­faltigen Eisenbahnbauten ohne fremde Hilfe nicht recht weiterzu­kommen ; hervorzuheben sind hier die Pläne der Benguellabahn, die gleichfalls dem Katangabezirk zustrebt, und die Verbindungen von Beira mit Port Herald und von Blantyre mit Fort Johnston am Nyassasee.

Italien hat in seiner Kolonie E r i t h r e a an der Somali­küste die Militärbahn Massaua Asmara hergestellt, die zum großen Teil das Bild einer schwierigen Gebirgsbahn darbietet und Höhen von 2400 m über dem Meer erreicht. Auch in dem neu erworbenen T r i p o 1 i s ist Italien alsbald mit dem Bau von Militär­bahnen vorgegangen.

Die britischen Kolonien und unter britischer Ober­hoheit stehenden Länder.

Ägypten.

Unterägypten.

In Ägypten sind die Eisenbahnen fast ausschließlich in der Hand das Staates. Die ägyptische Regierung begann auf Anregung und mit Hilfe Englands im Jahre 1852 den ersten Eisenbahnbau von Alex­andria über Tanta und Benha-el-Asl nach Kairo und übergab diese Bahn 1856 mit 209 km Länge dem Betriebe. Im Jahre 1857 wurde die