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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
Entstehung
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Goklkiiste.

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Ferner ist eine Zweigbahn von Boia in nordöstlicher Richtung nach Rorucks, 33 km, im Betriebe, deren Ausbau bis zum Rokelle- fluß nach Makene, rund 80 km, in der Ausführung begriffen ist.

Das wirtschaftliche Ergebnis der Bahn Freetown Baiima ist aus nachstehender Zusammenstellung zu entnehmen:

in £

1902

1907

1908

1909

1910

[Einnahme.

20 441

71 (WO

80 0 C 0

84 229

101 610

Ausgabe .

21 227

67 031

71 465

81 086

79 486

Kapitalzinsen.

49 559

55 833

Summe der Ausgaben:

_

116 590

127 298

Betriebszahl 0 . .

103,5

94

89

96

87-5

Uberschuß.

Fehlbetrag.

45 590

47 298

Beförderte Reiseiule ....

_

_

_

323 406

345 762

Güter t.

_

_

_

45 340

53 425

Zugmeilen.

255044

249 493

In den Jahren 1907 und 1908 war ein Zuschuß von je über 40000 £ zur Kapitalverzinsung nötig.

Die Tarife sind mit Rücksicht auf den Wettbewerb der Ein­geborenenschiffahrt sehr niedrig gehalten. Durch die Bahn hat sich der Ausfuhrhandel von Freetown außerordentlich gehoben, während der der südlichen Insel Scherbro stark zurückgegangen ist. Die Roh­einnahmen betrugen 1911 108000 £. Man befürchtet indes, daß die Bahn infolge ihrer schmalen Spur bald an der Grenze ihrer Leistungs­fähigkeit ankommen und den Güterverkehr nicht mehr bewältigen werde, und erachtet aus diesem Grunde heute die Anwendung der Schmalspur statt der Kapspur für einen Fehler. Die Bahn nähert sich der Ostgrenze nach Liberia zu bis auf 15 km und wird voraussichtlich mit der Zeit emen Teil des Handels von Liberia an sich ziehen.

2. Goldküste.

a) Die Bahn SekondiKumasi.

Die Kolonie, die heute bekanntlich die größte Kakao-Erzeugung der Welt aufweist - 1911 rund 40000 t 1 ' , beschloß 1898. eine

Bahn von dem Hafen Sekondi nach der nördlich davon gelegenen Aschantihauptstadt Kumasi zu bauen, einerseits um die Beunruhigun­gen durch die im Norden ansässigen, ehedem kriegerischen Aschantis besser abwehren zu können, anderseits, um der wirtschaftlichen Notlage im Lande abzuhelfen. Zum Balmbau wurden von 1898 bis 1900 ins­gesamt 2274000 £ = rund 46390000*# bewilligt und der Bau im August 1898 in Kapspur (,1.067mj begonnen. Die 274 km lange Strecke Se­kondi -Tarkwa- ObuassiKumasi wurde im September 1903 voll­endet. Die Baukosten beliefen sich bis Ende 1908 auf 1836915 £, d. s. rund 136000*#,km, ausschließlich der Hafenanlagen.

*) Kakaonusfuhr 1914 : 52793 t, 1915 : 63015 t.

Baltzer. Kolonialbahncn.

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