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Die nicht deutschen Kolonialbahnen in Afrika.
auf eine Länge von 147 km bringt, bis zur Sohle des Großen Grabens auf 610 m Höhe über dem Meere. Die größte Steigung beträgt 20 a. T.; die Anfangsstrecke bis km 42 hat Schienen von 25 kg/m Gewicht und als maßgebende Steigung für die Ausfuhr 11,8 a. T.; der übrige Teil der Bahn hat Schienen von 40 kg/m Gewicht und für die Ausfuhrrichtung eine maßgebende Steigung von 15 a. T. Für die Zwecke der Wasserversorgung mußte man beim Bau eine über 80 km lange Rohrleitung herstellen.
Britisch -Zentralafrika.
Britisch-Zentralafrika, d. i. der an den Nyassasee westlich angrenzende, östliche Teil von Nordost-Rhodesien mit dem auch als „Britisch-Nyassaland“ bezeichneten südlichen Länderzipfel, der südlich des genannten Sees von der portugiesischen Provinz Mosambik, und zwar westlich dem Tetebezirk, östlich dem Quelimanebezirk umklammert wird, weicht insofern von den übrigen britischen Kron- ländern und Schutzgebieten ab, als die Regierung sich hier von Anfang an zur Vergebung der Eisenbahnen ausschließlich an Privatgesellschaften entschlossen hat. Britisch-Zentralafrika besitzt in der Schire- Hochlandbahn von Port Herald über Chiromo nach Blantyre, 194 km, eine Bahn, als deren Lebensbedingung eine Fortsetzung sowohl nach Norden wie nach Süden in die Augen springt; so wie sie bisher bestand, hatte die völlig im Binnenland gelegene Bahn sozusagen weder Anfang noch Ende. Auf Anregung englischer Interessenten in Blantyre, eine Eisenbahnverbindung zwischen dem Nyassasee und dem Schirc-Sambesi- Flußgebiet herzustcllen, bildete sich 1901 die Schire-H ochland-Eisen- bahngesellschaft; sie erhielt von der englischen Regierung die Konzession zum Bau einer Eisenbahn von Port Herald, dem in der südlichsten Spitze des Protektorats gelegenen Hafen am Schirefluß, über Chiromo und Blantyre nach Fort Johnston am Südende des Nyassa- sees. Die Strecke Port Herald—Chiromo, 48 km lang, wurde, in Kap- spur hergestellt, am 1. September 1904 dem Verkehr übergeben. Der Höhenunterschied zwischen Chiromo und Blantyre von mehr als 900 m verursachte für den Bahnbau erhebliche Schwierigkeiten, und da die Schire-PIochlandbahn-Gesellschaft wegen der Geldbeschaffung in Verlegenheiten geriet, so übernahm die Britische Zentral-Afrika-Kompagnie die Fortführung des Baues von Chiromo zunächst nach Blantyre und vollendete ihn nach Herstellung einer 34 m langen Brücke über den Schire bei Chiromo. so daß die Strecke Port Herald—Blantyre am 23. Januar 1909 eröffnet werden konnte (vgl. Karte, S. 55 u. 260).
Der Schienenweg beginnt bei Port Herald unweit der Südgrenze des Schutzgebiets und läuft zunächst in dem Schiretal 48 km aufwärts bis Chiromo. Hier kreuzt er auf einer hochliegenden Brücke den Fluß und steigt im Tal des reißenden Ruo, über dessen Fälle hinweg, mit einer mittleren Steigung von 1:44 in großen Windungen und mit Überschreitung zahlreicher Schluchten hinauf bis zur Tuchila. deren Lauf er nunmehr folgt. Hier wird die Linienführung noch schwieriger; in scharfen Krümmungen und Kehren wird schließlich das Mlanye-