Rhodesien.
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6. Rhodesien.
Das Land, dessen Flächeninhalt den von Deutschland übertrifft, wurde bisher auf Grund besonderen königlichen Freibriefes (charter) von der Britischen Südafrikanischen Gesellschaft ider sog. Chartered- Companyi verwaltet. Wegen Eintritts in die Südafrikanische l'nion scheinen Verhandlungen zu schweben. Die'Bevölkerung umfaßt 18000 Weiße und vier Millionen Schwarze. Rhodesien ist das Land des raschen Kisenbahnfortschritles und der schnellen Eisenbahnentwicklung. der es auch seine rasche Erschließung zu verdanken hat. Das Andenken von Cecil Rhodos, der ihm seine ganze Tatkraft gewidmet hat, ist durch die Benennung des Landes für alle Zeit mit ihm verbunden.
Wie schon an anderer Stelle erwähnt, sind in Rhodesien die Eisenbahnen ausschließlich an Privatgesellschaften vergeben.
Im Jahre 1889 wurde die Britisch Südafrikanische Gesellschaft idie sog. Chartered-Comp.» zum Bau einer Bahn von Kimbcrley nach Vryburg ermächtigt; dieser Bahnbau, 204 km, wurde in demselben Jahre begonnen und am 3. Dezember 1890 beendet. Im Mai 1893 wurde die B etschuana Land • Eisen bah nges el I sc h a f t gegründet, um den Bahnbau in nördlicher Richtung bis .Mafeking fortzuführen. Noch im Mai 1893 fand der erste Spatenstich an der Linie nach Mafeking statt, am 13. Oktober 1894 wurde die Bahn eröffnet. Nachdem dieses Ziel erreicht war. wurde sogleich der Weiterbau über Palapve bis Bulawayo in Angrif! genommen und am 19. Oktober 1897 traf bereits die erste Lokomotive daselbst ein. Die Betriebsfiihrung wurde gegen Vergütung der Selbstkosten den kapländischen Bahnen übertragen, wobei indes die englische Regierung 10 Jahre hindurch eine jährliche l nterstulzung anfangs von 20000, später von 10000 ß gewährte.
Auf Grund eines im Jahre 1891 zwischen England und Portugal abgeschlossenen Vertrages stellte ferner die Chartered-Gesellschaft eine Bahnverbindung zwischen Beira und Fontesvilla, die sog. Beira June- tion, her und schuf unter dem Namen Beira-Jcisenbahngesell- schaft eine Aktiengesellschaft, die in Portugiesisch-Ostafrika oder Mosambik eine Eisenbahn von Beira nach l'mtali an der portugiesisch- rhodesischon Grenze herstellte und diesen Bau unter mannigfachen Schwierigkeiten 1898 beendigte. Der Bahnbau wurde von l'mtali nordwestlich bis Salisbury von der 1897 zu diesem Zwecke gegründeten Maschonaland-Eisenbahngesellschaft fortgesetzt, die später den Betrüb der ganzen Strecke Beira- Salisbury, 595 km, übernahm. Der Betrieb der von den kapländischen Bahnen verwalteten Eisenbahnlinie von Kapstadt über Kimbcrley, Vryburg und Mafeking nach Bulawayo und der Bcira-Bahn von Beira nach Salisbury wurde vereinigt in der Iland der 1899 gegründeten Aktiengesellschaft der rhodesischen Eisenbahnen. die in alle Rechte der bisherigen Betschuanaland-Eisenbahn- gcsellschaft eintrat. Die rhodesischc Bahngescllsi haft baute nun von Bulawayo aus einerseits eine Verbindung nordöstlich über Gwelo nac h Salisbury, die 1902 beendet wurde — zum Anschluß an die Beira-Bahn