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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
Entstehung
Seite
110
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Die nicht deutschen Kolonialbahnen in Afrika.

Goz Abu-Goma und Kosti über den Weißen Nil. Bei Khartum mündet der Blaue Nil in den Weißen Nil, führt aber bei weitem die größere Wassermenge; der Strom hat an der Brückenstelle eine Gesamtbreite von 518 m. Die Brücke besteht aus sieben Stromöffnungen von je 66,6 m und vier Flutöffnungen von 1224 m; am nördlichen Ende ist eine elektrisch angetriebene Hubbrücke von 34,06 m Spannweite angeordnet. Die Brücke soll später zwei Gleise mit Kapspur überführen; vorerst ist nur eins angelegt und an Stelle des zweiten eine 6,4 m!breite Fahrstraße über die Brücke geführt. Die Strompfeiler bestehen aus je zwei Stahlzylindern von 4,88 m unterem Durchmesser, die man bis auf 18,3 m unter das Niedrigwasscr des Nils hinabführen mußte. Der Bau wurde im Oktober 1910 vollendet.

Bei Goz Abu-Goma wechselt die Strombreite von 536 m bei Niedrigwasser bis zu 4800 m bei Hochwasser; die Brücke besteht aus neun Öffnungen mit festem eisernen Überbau und einer Öffnung von 74,8 m Weite mit einer Drehbrücke, die von Hand bedient werden soll. Diese beiden Brückenbauten waren die umfangreichsten und schwie­rigsten Bauausführungen ihrer Art im nördlichen Afrika.

Von weiteren Eisenbahnplänen für den Sudan sind nach Lord Cromers Rede bei der feierlichen Eröffnung der Sudanbahn vom 27. Januar 1906 noch zu nennen: eine Linie von Berber in südöstlicher Richtung dem Atbaraflusse stromaufwärts folgend bis Kassala und eine Linie auf dem linken Ufer des Weißen Nils bis Khartum südlich nach Goz Abu-Goma oder Kosti. Der Plan einer Bahn von Sennar über Kassala zum Roten Meer ist in Vorbereitung.

Die Betriebsergebnisse der durchweg kapspurigen Sudanbahnen für die Jahre 19101912 sind aus der nachstehenden Zusammenstellung ersichtlich. Die Erschließung des rund 2505900 qkm umfassenden gewaltigen Sudangebietes durch Eisenbahnen und Wasserstraßen hat, wie man aus der Karte, Abb. 41, erkennt, beträchtliche Fortschritte gemacht.

Die Sudanbahnen.

1910

1911

1912

Roheinnahmen in £E.

Betriebsausgaben ,, .

Betricbszalil v. II.

Betriebsfiberschutt in £E.

391 717

268 285 68,5

123 432

442 329 313 951 70,9

128 378

509 629 375 876 73,7

133 753

Britisch-Südafrika.

Allgemeine Entwicklung der Bahnen bis zur Bildung des Staatenbundes im Jahre 1910.

Wohl in keinem Lande hat sich die erschließende und befruchtende Wirkung der Eisenbahnen besser erweisen können als in Südafrika; kein Land war aber auch infolge seines Mangels an guten Verkehrs-