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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Oranjeflußkolonie.

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3. Oranjeflußkolonie.

In der Oranjcflußkolonic ifrüher Oranjefreistaat, gegründet 1854>, wurden nach dem Abkommen von 1889 die Eisenbahnen von der Kapregierung hergestellt und betrieben, wobei dem Freistaat die Hälfte des Gewinnes zufloß.

Die Hauptlinie ist die in N'orvals lont am Oranjefluß an die mittel­ländische Bahn der Kapkolonie anschließende, von Südwest nach Nord­ost gerichtete Stammbahn, 547 km, die über Springfontein die Hauptstadt des Landes, Bloemfontein, mit Kroonstad und der nördlichen Grenz­station Vereeniging am Yaalfluß verbindet. Die ersten 194 km, von Xorvals Pont Bridge nach Bloemfontein, wurden im Dezember 1890 dem Verkehr übergeben. Ferner besteht eine Zweigbahn von Bloemfontein in östlicher Richtung nach Ladybrand, an die Westgrenze des Basutolandcs führend und in Bethlehem endigend. Bei Springfontein zweigt aus der Stammbahn eine Bahn in südwestlicher Richtung ab, die in Bethulie, 43 km. den Anschluß an die östliche Gruppe der kapländischcn Bahnen erreicht und über Queenstown nach der Hafenstadt Ostlondon führt.

Diese Linien wurden als nördliches Netz der kapländischen Bahnen verwaltet und ergaben unter der englischen Verwaltung steigende Über­schüsse. Am 1. Januar 1897 erwarb der Oranjefreistaat seine Bahnen damals rund 590 km für 27-> Mill. «#, das sind rund 86000 .fö/km.

Im Burenkrieg verlor der Oranjefreistaat seine Unabhängigkeit, und seit 1902 sind die Staatsbahnen in der Oranjeflußkolonie mit denen von Transvaal zu einer gemeinsamen Verwaltung unter der Bezeichnung ,,Zentralsüdafrikanische Bahnen (Central South African Railways) verschmolzen; die Regierung übernahm damals den Gesamtbestand von 2148 km zu einem Preise von 262,9 Mill. JL das sind rund 122500 i/km. Seitdem hat auch die Oranjcflußkolonic wie Transvaal und die Kapkolonie im wesentlichen nur noch koloniale Staatsbahnen, deren Anlagekapitalien durch Anleihen beschafft werden.

Im April 1905 unternahm die Staatsbalm den Weiterbau der in Bethlehem endigenden, von Ladysinith in Natal entspringenden Zweig­bahn in westlicher Richtung und vollendete ihn im Jahre 1906 bis Kroonstad an der Zentralbahn, wodurch ein zweiter Anschluß von Durban an die südafrikanische Zentralbahn KapstadtPretoria her- gestclll wurde.

Durch Gesetz vom Jahre 1906 (vgl. auch die Kapbahnen) ist ferner der Bau einer Eisenbahn von Aliwal North, ungefähr parallel der Stammbahn, in der Richtung auf Ladybrand, 291 km, zur besseren Verbindung und Erschließung von Ba-mtoland genehmigt worden. Die Strecke wurde mit 161 km Länge 1908 dem Verkehre übergeben.

4. Transvaal.

Die Niederländische südafrikanische Eisenbahngesell­schaft, Nederlandsche Zuid Afrikansche Spoorweg Maatschappij, (eng­lisch: Nethcrlands Railway Company», wurde 1887 in Amsterdam Baltzer, Kvlouialbabnen. 9