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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
Entstehung
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Die nicht deutschen Kolonialbahnen in Afrika.

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2. Natal.

Die erste Bahn wurde im Jahre 1860 vom Hafen Durban (früher D'L'rbam in nordwestlicher Richtung nach Point eröffnet. Die Auffin­dung wertvoller mineralischer Schätze gab die Veranlassung, daß Natal der Vorkämpfer für den Bahnbau unter den südafrikanischen Kolonien wurde. In der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurde die Haupt­bahn von Durban nach Ladysmith und eine Küstenbahn von Durban in südlicher Richtung nach Stipingo (später verlängert nach Shepstone) von der Regierung gebaut und betrieben.

Die Hauptlinie des Bahnnetzes führt von Durban zunächst west­lich über Point und Pietermaritzburg, dann nordwestlich über Lady­smith, 304 km, nahe der Grenze der Oranjefluß-Kolonie durch Natal und Zululand nach Volksrust in Transvaal, nahe der Nordostecke der Oranjefluß-Kolonie, und hier weiter über Heidelberg nach Johannes­burg, rund 779 km. In Ladysmith zweigt in nordwestlicher Richtung die nach der Oranjefluß-Kolonie führende Bahn ab. die über Brackwal, Harrismith und Bethlehem bei Kroonstad in die Stammbahn Port Elisa­bethJohannesburgPretoria einmündet.

Am 20. Juni 1905 übernahm die Regierung die von einer Privat­gesellschaft nahe der Ostküste erbaute Zululandbahn von Tugela nach Somkehle, 158km, zum Preise von 14,7 Milk. 4$, d. s. 93100«J6/km. Diese Bahn hatte sich im Jahre 1904 mit 5 v. H. verzinst.

Im Jahre 1909 hatte das Schatzamt von Transvaal der Kolonie Natal die Summe von 500000 £ = rund 10 Mill. Jk zum Zinsfuß von 37s v. H. vorgeschossen. Das Geld sollte zum Bau weiterer Bahnlinien, insbesondere zum Ausbau des Bahnnetzes in Zululand, verwendet werden. Der Bahnbau daselbst war aus strategischen Gründen, zur Be­kämpfung von Aufständen, und für die Erschließung des Landes, zur Ausnutzung der landwirtschaftlichen Möglichkeiten und der Mineral­schätze notwendig.

Ferner wurde eine Eisenbahnverbindung zwischen Natal und der Kapkolonie hergestellt. Sie zweigt in Pietermaritzburg von der Natal- schen Stammbahn in südwestlicher Richtung ab und führt mit 153 km Länge bis zur Grenze von Griqualand nach Creighton; diese Strecke ist seit Mai 1906 im Betriebe. Eine weitere Strecke, 19,3 km, bis Riverside wurde 1909 vollendet; die letzten 6 km liegen bereits auf kapländischem Gebiet; die Kapregierung baute zunächst in der Rich­tung auf Natal zu die Strecke Llcwellyn- Riverside. In der Schmalspur von 61 cm wurde eine Bahnlinie im Süden von Natal, von Esperanza über Stuartstown nach Donnybrook, 156 km lang, hergestellt und 1908 dem Betriebe übergeben.

Erhebliche Mittel werden dauernd aufgewendet, um auf der Stamm­bahn die zahlreichen noch vorhandenen starken Steigungen (von 1:30) und Krümmungen (von 300 Fuß =91,4 m Halbmesser) in Steigungen von nicht über 1:50 und in Krümmungen von nicht unter 800 Fuß = 152 m Halbmesser umzubaucn. 1904 wurden zu diesem Zweck