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Die Kolonialbahnen mit besonderer Berücksichtigung Afrikas / von F. Baltzer
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Die nicht deutschen Kolonialbahnen in Afrika.

Das Jahr 1912 zeigt gegen das Vorjahr eine Zunahme der Roh­einnahmen um 1,17 v. H., der Betriebsausgaben um 9,09 v. H., so daß die Betriebszahl von 59,6 auf 64,29 v. H. stieg. Der Rückgang in den Einnahmen ist zum großen Teil auf Tarifermäßigungen zurückzuführen. Seit Gründung der Union hat sich der Einnahmeausfall infolge von Tarifermäßigungen auf rund 1336500 £ belaufen.

Die Kohlenbeförderung auf den Bundesbahnen ist von 4438635 t im Jahre 1906 auf 7942343 im Jahre 1912 gestiegen; davon kommen auf Transvaal . . . 4600191 t od. 57.9 v. II.

Freistaat . . . 510639 t 6.4

Natal .... 2764837 t ., 34,8 .,

Kapland . . . 66676 t 9,0 ,,

Die Kohlenausfuhr über Delagoabucht ist gestiegen von 113667 t im Jahre 1911 auf 363270 t im Jahre 1912; die Maisausfuhr zurück­gegangen von 101853 t auf 83274 t im Jahre 1912.

Im folgenden sollen nacheinander die Eisenbahnen der Kap- kolonie, von Natal, die Zentralsüdafrikanischen Bahnen (Oranje- fluß-Kolonie und Transvaal) und die Rhodesischen Bahnen einzeln behandelt werden, und zwar erstere bis zu dem Zeitpunkt, wo sie in dem südafrikanischen Staatenbunde Aufnahme gefunden haben.

1. Die Kapkolonie.

Die erste 12 km lange Eisenbahn von Kapstadt südöstlich nach Wynberg wurde im Jahre 1864 eröffnet; dann folgte die Linie von Kap­stadt nordöstlich über Stellenbosch nach Wellington, 89 km. Diese beiden von Privatgesellschaften erbauten Bahnen, die ursprünglich die europäische Vollspur von 1,435 m hatten und später auf Kapspur umgebaut wurden, übernahm 1873 die Kolonialregierung, die seitdem alle wichtigeren Bahnen als Staatsbahnen baute und betrieb. Der planmäßige Ausbau des Bahnnetzes stützte sich auf die drei Haupt­häfen Kapstadt, Port Elisabeth und Ostlondon und entwickelte in nördlicher Richtung nach der Oranjefluß- und der Transvaalkolonic, später nach Betschuanaland und Rhodesien folgende drei Hauptlinien:

1. Das westliche Netz von Kapstadt nordöstlich durch die Kap- kolonic über Worcester, Beaufort West, De Aar, Kimberley, Vryburg, Mafeking, weiter durch Betschuanaland entlang der Grenze des Oranje- Freistaates und des Transvaal bis zum Anschluß an die Rhodesischen Bahnen, über Bulawayo (2233 km) nach Salisbury (2715 km); nach Brokenhill (3208 km) und bis zur Südgrenze der belgischen Kongo- Kolonie (3456 km), das Südstück der Kap-Kairobahn.

2. Das Mittellandnetz, von Port Elisabeth in nordwestlicher Rich­tung über Middelburg nach Colesberg und bis Norwals-Point am Oranje-Fluß, in seinem ersten Teil im Jahre 1876 hergestellt, später durch die Oranjefluß-Kolonie hindurch nach Transvaal hinein ver­längert, über Bloemfontein, Kroonstad, Johannesburg, Pretoria bis Pietersburg; Port ElisabethJohannesburg 1150 km, Johannesburg- Pretoria 74 km.